Agave:

Agave lässt sich 38 Jahre Zeit

Mit den Pflanzen ist es wie mit den Menschen, mit manchen von ihnen muss man einfach Geduld haben. Doch ob 38 Jahre des Wartens nicht genug sind? Eine Pflanze ließ sich Zeit.

Boldebuck. Fast haushoch sind die Blüten der Agave, die seit 1975 in Boldebuck gepflegt wird. Über die Blüten freuen sich jetzt Hendrik Bothe, Stationsleiter der Versuchsstation der Deutschen Saatveredelung AG, und seine Mitarbeiter. „Der Blütenstiel wurde so schnell immer länger, aber die Blüten brauchen eine ganze Weile, bis sie richtig aufbrechen“, sagt Hendrik Bothe.1975 war es Wolf-Burckhardt Pajunk, der den Ableger einpflanzte.

„Ich bekam ihn damals von Gülzow, vom Institut für Pflanzenzüchtung“, erzählt der heute 63-Jährige. Von 1972 bis 1998 war er in der Roggen- und Weizenzüchtung in Boldebuck tätig. Damals hätte man einige Ableger von Agaven auf dem Betriebsgelände gehabt. „Aber dies hier war die Älteste“, sagt er.

Im Sommer wurde sie die Jahre über nach draußen gebracht – überwintert hat sie in einer der Hallen auf dem Hof. 1995 sei sie zum letzten Mal in einen riesigen Topf umgetopft worden, inzwischen ist der recht klein geworden für die große Pflanze.

Dennoch hat sie nun, nach 38 Jahren Blüten getrieben. „Danach wird sie wohl in sich zusammen fallen“, schätzt Wolf-Burckhardt Pajunk. Doch zuerst einmal werden sich die Mitarbeiter noch eine ganze Zeit an der nach so langer Zeit endlich entfalteten Blüten erfreuen können. Wahrscheinlich werden sie weiß werden – so scheint es jedenfalls an den ersten Spitzen sichtbar zu werden. Doch eigentlich ist die Farbe egal - Hauptsache es blüht.