:

Agiles Fantasyspektakel am Kanalufer

VonMatthias BruckMit „Der Fluch der Wikinger“ inszenieren die Uckermär-kischen Bühnen Schwedt die Fortsetzung eines früheren Freiluftspiels Das Stück ...

„Der Fluch der Wikinger“ wird direkt am Ufer des Oderkanals aufgeführt .  FOTO: U. Krause

VonMatthias Bruck

Mit „Der Fluch der Wikinger“ inszenieren die Uckermär-
kischen Bühnen Schwedt die Fortsetzung eines früheren Freiluftspiels Das Stück hatte jetzt Premiere.

Schwedt/Oder.Mit stehenden Ovationen belohnte das Publikum die jüngste Regie- und Schauspielleistung der Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs), die am Freitagabend in Form eines Freiluftspiels auf der Odertalbühne am idyllischen Kanalufer im Hugenottenpark hinter dem Theater Premiere hatte.
In Fortsetzung des „Bannfluchs der Göttin“, der vor zwei Jahren Premiere hatte und bei dem es um das schwierige Mit- und Nebeneinander von Slawen und Christen im kleinen Städtchen Svedt ging, konnten die Besucher nun erleben, was es mit dem „Fluch der Wikinger“ auf sich hat.
Es geht also um ein Fantasy-Spektakel, in dem die böse nordische Gottheit Loki die Weltherrschaft an sich reißen will. Um zu diesem Ziel zu gelangen, muss Loki den letzten noch verbliebenen Drachen Morlagon beseitigen, der im Dienst der guten Göttin Makosh steht. Das kann er aber nur, wenn er den Drachenhüter, das Kind Janosh aus Svedt entführt. Dafür engagiert er einige untote Wikinger, die in seinem Auftrage in Svedt einbrechen und Janosh zu entführen versuchen. Und das grausige Spiel nimmt seinen Lauf. Am Ende wird alles gut. Loki scheitert, Janosh lebt und kann seine große Liebe Svetka heiraten. Und im nächsten Jahr gibt es eine Fortsetzung der Geschichte.
Die Inszenierung, bei der der künftige neue Schauspieldirektor der Uckermärkischen Bühnen Mario Eick Regie führte, hat alles, was ein Freiluftspektakel so braucht. Action, Fechtkämpfe, feuerspeiende Drachen, große Emotionen, Liebe, Treue und Verrat. Anders als bei der Vorgänger-Inszenierung vor zwei Jahren, wo das Pathos mit ganz dickem Pinselstrich aufgetragen wurde, mangelt es hier nicht an ironischen Brechungen und den feinen kleinen Gesten, die die Motivationen der handelnden Personen erst erklären und unterstreichen – wenn beispielsweise der böse untote Chef-Wikinger noch mal zurückeilt und der Dame, die er gerade böse niedergeschlagen hat, ein Kissen unter den Kopf schiebt und sich bei ihr entschuldigt, macht es erst richtig Spaß, der Handlung weiter zu folgen.
Der Publikumsliebling ist – wie auch schon vor zwei Jahren – unbestritten Machorel, das Grelgrag. Bei diesem Wesen handelt es sich um ein Phantasiegeschöpf, das aus Stein zu bestehen scheint, dem aber der Schauspieler Daniel Heinz zu einer unglaublichen Beweglichkeit verhilft.
So erleben die Besucher einen „Fluch der Wikinger“, der mit Lebendigkeit, Witz und einer straffen Inszenierungsweise gleichermaßen punktet.