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Als Kunde Druck machen

Erste Internet-Nutzer ohne Anschluss sind in Strasburg seit Freitag wieder am Netz. Wochenlang hatten sie teilweise darauf warten müssen. Während der Frust ...

Erste Internet-Nutzer ohne Anschluss sind in Strasburg seit Freitag wieder am Netz. Wochenlang hatten sie teilweise darauf warten müssen. Während der Frust langsam verfliegt, bleibt das Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber den Betreibern, in diesem Fall der Telekom. „Das muss aber nicht sein“, sagt dazu Matthias Wins von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Wichtig sei es, „sich sofort nach Eintreten der Störung mit dem Vertragspartner in Kontakt zu setzen“, so der Jurist.

Schriftlich sollte der Kunde darin seine „vertragsgemäße Leistung verlangen und unbedingt eine Frist setzen“, erklärt Wins weiter. Diese müsse laut Gesetzgeber „angemessen“ sein, Faustregel seien 14 Tage. Zurückhaltung ist in diesem Fall nicht angebracht. „Man sollte dem Gegenüber ruhig die Pistole auf die Brust setzen, ihm deutlich machen, dass es jetzt ernst wird.“ Das sei schon deshalb wichtig, weil sonst Warteschleife auf Warteschleife folge und der Kunde am Ende nichts in der Hand hat.
Zudem habe der Gesetzgeber vor wenigen Wochen erst eine Regelung getroffen, welche die Position der Verbraucher stärkt. Demnach können diese nun Schadensersatz fordern, ohne dass ein Schaden direkt nachgewiesen werden kann.

„Damit werden sie den Gewerbetreibenden zumindest näher gestellt, die dank eines berechenbaren Schadens immer in einer besseren Position als Privatpersonen waren.“
Vor einem aber warnt Matthias Wins ausdrücklich: der eigenmächtigen Rückbuchung von Einzugsermächtigungen. „Vorher muss immer der Kontakt mit der Gegenseite aufgenommen werden, selber zurück zu buchen ist immer falsch“, so der Fachmann. Über Gebührenreduzierungen könne man im Übrigen meist mit den Betreibern reden, die zeigten sich dabei in der Regel kulant.