Anklamer Kleingärtner in Angst:

20 Lauben in nur einer Woche geknackt!

In mehr als 20 Gartenlauben sind Kriminelle in Anklam eingestiegen – allein in dieser Woche. In dieser Häufigkeit haben die Kleingärtner es noch nicht erlebt. Der Schaden ist immens, die Angst auch.

Die Scherben der eingeschlagenen Fensterscheibe liegen noch im Eimer. Mehr als 20 Gartenparzellen wurden in dieser Woche von Vandalen ausgeraubt.             
Gabriel Kords Die Scherben der eingeschlagenen Fensterscheibe liegen noch im Eimer. Mehr als 20 Gartenparzellen wurden in dieser Woche von Vandalen ausgeraubt.  

Ilona Johst ist immer die Erste, die morgens in der Kleingartensparte „Garten-Idyll nahe“ dem Hamburger Ring nach dem Rechten sieht: So auch an diesem Mittwoch, als sie um kurz vor acht Uhr in ihrer Sparte ankommt. Und sofort bemerkt: Hier stimmt etwas nicht. Einbrecher haben ihre Parzelle heimgesucht, die Laube aufgebrochen und durchwühlt. „Da habe ich natürlich sofort die Polizei gerufen“, berichtet Ilona Johst. Gemeinsam mit den Beamten stellt sie dann fest: Sie ist bei Weitem nicht die einzige, bei der die Einbrecher waren. Fast alle Nachbarparzellen haben etwas abbekommen, einige sind regelrecht verwüstet worden. Bei den meisten fehlt wenig oder nichts, allenfalls mal ein Satelliten-Empfänger.

Anders bei einem Ehepaar: Dort verschwanden Elektrogeräte, aber auch hochwertige Werkzeuge wie Bohrmaschine oder Schleifgeräte. „Einige Teile davon haben wir später auf dem Acker neben unseren Parzellen wiedergefunden“, berichtet Sparten-Vorsitzender Bernd Hoffmann: „Das legt denVerdacht nahe, dass die Diebe über den Acker gekommen sind.“ Wahrscheinlich sind die Übeltäter sogar mit einem Wagen vorgefahren, denn insgesamt verschwand zu viel, als dass man es einfach hätte wegtragen können.

Doch bemerkt hat von den Einbrechern niemand etwas – und dabei kamen die dreisten Diebe gleich in zwei Nächten hintereinander. Die ersten Einbrüche in die Sparte bemerkten die Besitzer schon am Dienstag – mindestens vier, sagt die Polizei. In der Nacht zu Mittwoch kamen dann noch einmal acht hinzu. „Es kann aber sein, dass noch mehr Lauben betroffen sind und dass noch nicht jeder Besitzer eine Anzeige aufgegeben hat“, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg. Die Kleingärtner bestätigen das: In der Sparte geht man von insgesamt mindestens 20 Betroffenen aus.  Einbrüche in die Sparten sind schon öfter vorgekommen, berichtet Bernd Hoffmann: „Aber in dieser Intensität ist uns das in all den Jahren noch nie passiert.“

Die Polizei geht trotzdem davon aus, dass es sich bei den Tätern um Klein-Ganoven handelt. „Das sind Leute, die mit den Einbrüchen gewissermaßen ihren täglichen Bedarf decken wollen.“ Das zeige ein Fall aus Pasewalk, wo die Ganoven im Oktober sogar frische Bratkartoffeln gegessen hätten, die noch auf dem Herd standen. Die Kleingärtner sind allerdings skeptisch: „Wenn da wirklich jemand aus materieller Not klaut, schlägt der doch nicht alles kurz und klein“, meint ein Eigentümer: „Für mich ist das Vandalismus.“

Dass die Einbruch-Serie in die Lauben womöglich noch weitergeht, kann derzeit niemand wirklich ausschließen. „Wichtig ist, dass man in seiner Laube möglichst wenig Wertsachen hat“, sagt eine Anwohnerin: „Dann hält sich wenigstens der Sachschaden in Grenzen.“