Erlebniszentrum:

Anklam plant 24-Millionen-Euro-Projekt

Soll sich das Ikareum in Anklam rechnen, muss das "Lilienthal-Flight-Museum" jährlich etliche flugbegeisterte Besucher anlocken. Das Gesamtprojekt kostet 24 Millionen Euro. Derweil ist der Traum von der Seilbahn ausgeträumt.

So stellen sich Projektplaner das Aussehen des Ikareums vor - eine Seilbahn wird es dann zwar nicht geben, aber einen gläsernen Fahrstuhl. Außerdem bekommt die Nikolaikirche im Westen und Norden einen "Funktionsanbau.
Planungsbüro So stellen sich Projektplaner das Aussehen des Ikareums vor - eine Seilbahn wird es dann zwar nicht geben, aber einen gläsernen Fahrstuhl. Außerdem bekommt die Nikolaikirche im Westen und Norden einen "Funktionsanbau.

Der Traum vom Ikareum kostet Geld, viel Geld. Insgesamt etwa 24 Millionen Euro würde der Umbau der Nikolaikirche zu einem "Lilienthal-Flight-Museum" als Erlebniszentrum der Stadt Anklam kosten. Dank zahlreicher Fördermittel beläuft sich der Eigenanteil auf 7,9 Millionen Euro. Ob sich diese Investition für Anklam lohnt, sollte eine Wirtschaftlichkeitsanalyse ermitteln. Die Ergebnisse wurden nun den Stadtpolitikern in den Fachausschüssen vorgestellt.

Die Experten sind sich einig: Es wird zwar teurer als das bisherige "Dreierlei" von Nikolaikirche, Lilienthal-Museum und Touristenformation, aber es könnte sich lohnen. Natürlich bleibt ein Restrisiko, darüber müssen die Stadtvertreter in den nächsten Wochen befinden.

Fakt ist, soll das Projekt wirklich effizient sein, dann müssen mindestens 60.000 Besucher jedes Jahr in das Ikareum gelockt werden. Keine leichte Aufgabe, denn nach jüngsten Umfragen ist das Besuchen von Museen derzeit nicht attraktiv.

Stadtumbau-Planer Lutz Braun nannte das kurz: Es muss mehr sein als ein reines Museum, um hohe Besucherzahlen zu realisieren. Gelingt es, könne es Anklam die "Stadtkrone" aufsetzen. Natürlich sei das Vorhaben gewagt, aber es gebe zahlreiche Beispiele in anderen Städten, wo daraus eine Realität geworden sei, die Gäste in ihren Bann ziehen. Braun nannte als "Einzugsdatum" die Jahre 2020 oder 2021 – genau wollte er sich da nicht festlegen.

Gäste sollen sich wie im Flug fühlen

Zu den spektakulären Einzelheiten, die das Ikareum dann zu bieten haben könnte, zählt unter anderem der wiederhergestellte Kirchturm als Aussichtsplattform. Mit einer Höhe von etwa 80 Metern sei das der höchste Aussichtspunkt an der Ostseeküste. Der gläserne Aufzug kann, so die Planer, als Erlebnisaufzug ebenfalls zur Attraktivität beitragen. Und der illuminierte Turmhelm biete sich geradezu an als Markenbotschafter für das Ikareum-Flight-Museum.

Wenn nun allerdings das Vorhaben Seilbahn nicht mehr in der Konzeption zu finden ist, soll es dennoch ein Flugerlebnis geben – wenn auch kein echtes. Die Idee ist, den Besuchern von der oberen Aussichtsplattform in etwa 80 Metern Höhe die Möglichkeit zu bieten, sich mit ausgebreiteten Armen auf eine gläserne Fläche zu legen und so eine wirkliche Flug-Perspektive einzunehmen.

Neben dem Lilienthal-Museum soll auch die Touristinformation in der Nikolaikirche eine neue Heimstatt finden. Ein moderner Anbau ist dafür reserviert. Außerdem sind ein Erfinderlabor und ein fliegendes Klassenzimmer vorgesehen. Hiermit sollen vor allem Schülergruppen angesprochen werden.

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