Reanimation im Discotakt:

800 Menschen trainieren Wiederbelebung

Hunderte Menschen aus Vorpommern haben an 500 Puppen auf dem Greifswalder Marktplatz trainiert, wie bei einem Herzstillstand Hilfe zu leisten ist. Prüfen – Rufen – Drücken lautet die einfache Regel.

Stadtwette gewonnen: Rund 500 Menschen aus Vorpommern trainierten am Sonnabend auf dem Greifswalder Markt den korrekten Ablauf der lebensrettenden Herzdruckmassage.
Annette Pröber Stadtwette gewonnen: Rund 500 Menschen aus Vorpommern trainierten am Sonnabend auf dem Greifswalder Markt den korrekten Ablauf der lebensrettenden Herzdruckmassage.

Dr. med. Bernd Müllejans, Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin Karlsburg, erklärte, warum schnelles Handeln notwendig ist: „Beim Herz-Kreislaufstillstand zählt jede Sekunde. Wird das Gehirn eines Menschen drei Minuten lang nicht mit Sauerstoff versorgt, entstehen bereits irreparable Schäden.“ Im Alltag müssen die Notfallmediziner leider vielfach feststellen, dass Menschen vor der notwendigen Hilfe zurückschrecken – aus Unkenntnis und auch aus Angst, etwas falsch zu machen.

Es gibt aber nichts Schlimmeres, als bei einem Kreislaufstillstand nichts zu tun. Deshalb initiierten die Mediziner der Kliniken in Greifswald und Karlsburg in der Woche zur Wiederbelebung vom 19. bis 26. September 2015 die Aktion auf dem Marktplatz. Bei herrlichem Sonnenschein war die Beteiligung groß.

Vor dem Greifswalder Rathaus versuchten sich am Samstag Jung und Alt an den Puppen. „Vor 40 Jahren habe ich das mal gelernt, nun wollte ich mal schauen, ob es noch klappt“, sagt die 67-Jährige Elisabeth Dibbern die mit ihrem Mann Rudolf eifrig probt. Neben vielen Familien mit Kindern hat sich auch Prof. Dr. Alfried Krause eine Übungspuppe gegriffen. „Wir sind doch zumeist zu zweit und müssen uns helfen können“, sagt der rüstige 93-Jährige und blickt auf seine Frau. Als um 12.30 Uhr der Moderator alle Anwesenden an die Übungspuppen bittet, betätigen sich 500 Menschen gleichzeitig an Wiederbelebungsübungen.