Stadtvertretern vorgestellt:

Berlinerin plant Millionen-Investitionen in altes Gericht

Für das alte Gericht in der Anklamer Keilstraße hat sich eine Käuferin gefunden. Sie möchte das Gebäude "Anklamern" nennen und hat viel damit vor: Fünf bis sechs Millionen Euro will sie investieren. Einige Abgeordnete fürchten aber ein "Sanifair in der Stadt".

Eine Investorin hat Interesse am alten Gericht. Bei der Stadt ist man aber skeptisch.
Veronika Müller Eine Investorin hat Interesse am alten Gericht. Bei der Stadt ist man aber skeptisch.

Das alte Gericht in der Anklamer Keilstraße soll verkauft werden. Eine Berliner Investorin hat ein Auge auf den Gebäudekomplex geworfen. Einen Euro soll er kosten.

Ob es ein Schnäppchen für die Käuferin wird, bleibt offen. Groß jedenfalls sind ihre Pläne. Fünf bis sechs Millionen Euro will sie investieren. Sie hat sogar schon einen Namen für ihr Vorhaben: "Anklamern". Läuft alles nach Plan, könnte bereits im Mai 2017 alles fertig sein.

Große Pläne

So jedenfalls steht es in einer den Stadtvertretern vorgelegten Konzeption, in der die einzelnen Ideen genau aufgelistet sind. So sollen im Erdgeschoss ein Mehrgenerationencafé mit kleiner Theaterbühne, ein deutsch-chinesisches Kulturzentrum sowie ein Jobpoint entstehen.

Im ersten Obergeschoss sind die Bereiche Pädagogik, Sozialstation und Nachhilfe vorgesehen. Ein App- und Webentwicklungszentrum und ein Gründerzentrum plant die Investorin im zweiten Obergeschoss.

Hört sich alles gut an, fanden einige Stadtvertreter des Kulturausschusses. Doch dann wurden einige stutzig. Im Plan steht unter anderem: "Zum Renditekonzept zählt die Bewerbung als Bustourismus-Hotspot, inklusive großzügigem Sanitärtrakt. Jeder Gast bekommt auf dem Bon einen Code, mit dem er Zugang erhält."

Täglich 250 bis 300 Gäste erwartet

Gemeint ist das Mehrgenerationencafé, in dem laufend warme und kalte Speisen zubereitet werden. Es werden täglich etwa 250 bis 300 Gäste erwartet.

"Kommen da etwa Busse voller Touristen angefahren? Hört sich ja fast nach Sanifair mitten in der Stadt an", monierten einige Abgeordnete. Von den Touristen würde dann wohl kaum jemand länger in Anklam verweilen, Geld dort ausgeben oder Museen und andere Einrichtungen besuchen.

Die Entscheidung über den Verkauf soll der Hauptausschuss am Donnerstag fällen.

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Kommentare (2)

Nun will schon mal jemand Geld in den abgewrackten und ausgestorbenen Nordosten des Landes investieren und die Abgeordneten monieren sich darüber??? Man sollte froh sein, dass überhaupt jemand so ein Projekt anfasst, denn von Tourismus hat in der Gegend ja bekanntlich niemand so recht eine Ahnung. Anstatt sich über steigende Gewerbeeinnahmen zu freuen, regt man sich lieber darüber auf, dass Gäste in die Stadt kommen. Dieser Abgeordnete sollte sich lieber einmal Gedanken darüber machen, warum bisher niemand länger in der Stadt bleiben will!? Vielleicht ist ja der erste "Sanifair" Gang der Anfang eines potentiellen Urlaubsgastes, vorausgesetzt, er bekommt etwas anderes zu Gesicht, als Abbruchhäuser und kahle Plattenbauten. Die Stadtväter sollten lieber einmal in die Hände spucken und zusehen, dass sie die Stadt für die Tourismusbranche etwas attraktiver gestaltet bekommen. Gruß, ein FeWo Vermieter aus Kitzbühel/ Tirol - Österreich.

Schon die Römer wussten dass Geld nicht stinkt und besteuerten ihre Latrinen. Vielleicht wäre das ja auch eine Idee für die (An)klamme(r) Stadtkasse ...