Kinderarzt-Versorgung:

Ameos-Klinik will für Kinderstation kämpfen

Die Schließung der Kinderstation im Ameos-Klinikum an Wochenenden hat bei vielen Anklamern Bestürzung hervorgerufen. Doch Dramatik ist noch nicht angebracht, kleine Patienten werden trotzdem behandelt und auch die Geburtshilfe ist nicht betroffen.

Eingang zur Kinderklinik in der Hospitalstraße. Die Station ist jetzt an Wochenenden geschlossen, aber die Klinikleitung will für eine stationäre pädiatrische Betreuung in Anklam kämpfen.
Simon Voigt Eingang zur Kinderklinik in der Hospitalstraße. Die Station ist jetzt an Wochenenden geschlossen, aber die Klinikleitung will für eine stationäre pädiatrische Betreuung in Anklam kämpfen.

„Die Nachricht von der Wochenend-Schließung der Kinderstation hat mich geschockt.“ So wie Jürgen Meier sein Gefühl beschreibt, erging es Donnerstag wohl, so einigen Anklamern. Nach Gerichtsschließung und Aberkennung des Kreisstadt-Titels würde nun auch offenbar an der Versorgung mit dem Notwendigsten gespart, meint der dreifache Großvater. „Muss denn erst ein Kind sterben, bis die Politiker wach werden?“, fragt er.

„Verwundert und auch ein wenig entsetzt“, zeigt sich Ameos-Geschäftsführer Frank-Ulrich Wiener über die Ankündigung der Schließung. Zwar habe die Greifswalder Uni-Klinik als Betreiber der Kinderstation bereits im Dezember über ein drohendes Szenario informiert. „Dass es aber dann so schnell umgesetzt wird, war allerdings überraschend“, erklärt Wiener. Denn bereits während dieser Gespräche habe Ameos personelle Unterstützung für die Kinderstation angeboten. Allerdings sei man von Seiten des Greifswalder Klinikums nicht darauf eingegangen, sondern hätte jetzt den Partner vor vollendete Tatsachen gestellt.

Sozialministerium hat Arbeitsgruppe einberufen

Und auch aus dem Schweriner Sozialministerium gibt es merkwürdige Signale. Ministerin Birgit Hesse, die flugs eine Arbeitsgruppe gründen ließ, „favorisiert den Erhalt der Kinderheilkunde am Standort, aber nicht um jeden Preis“, hieß es aus der Landeshauptstadt.

 Eindeutig sind dagegen die Aussagen aus der Chefetage des Anklamer Ameos-Klinikums. „Wir werden uns starkmachen für eine weitere kinderärztliche stationäre Versorgung in Anklam“, erklärt Geschäftsführer Frank-Ulrich Wiener. Dabei wolle er auch nicht ausschließen, dass Ameos die Kinderstation in Eigenregie betreiben könnte. „Das ist aber dann eine politische Entscheidung“, erklärte er. Trotz der
Wochenend-Schließungen der Kinderstation gäbe es keine dramatische Situation in der medizinischen Betreuung. So würden Kinder und Jugendliche im Notfall jederzeit im Anklamer Klinikums behandelt. Auch auf den Betrieb der Geburtshilfe habe die vorübergehende Schließung der Kinderstation keinerlei Einfluss.

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