Friedensplausch oder Schlagabtausch?:

Angela Merkel besucht den Wut-Bauern

Die Christdemokraten bekommen nun Wahlkampf-Hilfe von ganz oben. Die Kanzlerin kommt am Donnerstag nach Vorpommern. Ausgerechnet zu Marco Gemballa. Dem Landwirt, der erst vor wenigen Wochen deutschlandweit Zuspruch bekam, weil ihm öffentlich der Kragen platzte.

Jetzt kann er seine Kritik direkt anbringen: Marco Gemballa bekommt heute Besuch von der Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Frank Wilhelm, Kay Nietfeld, Jens Büttner / Montage Uwe Gildhorn Jetzt kann er seine Kritik direkt anbringen: Marco Gemballa bekommt heute Besuch von der Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Friedensplausch oder Schlagabtausch? Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag nach Zinzow kommt, dann ist das kein Termin wie jeder andere. Die Parteichefin will beim Landtagswahlkampf helfen, reiste dafür bereits am Mittwoch nach Neustrelitz. Dort gab es, was man von so einem Termin erwarten darf: Vorträge, Plauderei und vielleicht noch ein paar Häppchen. Am Donnerstag wird das anders. Denn Merkel besucht einen, der ihr vor wenigen Wochen öffentlich die Leviten gelesen hat. Ach was, nicht nur ihr. Der Regierung, der Politik.

Marco Gemballa, Chef der Zinzower Agrargenossenschaft war Ende Juni öffentlich der Kragen geplatzt. "Am Nasenring" würden Landwirte durch die Wahlkampf-Arena geführt. Immer wieder würden Ängste in der Bevölkerung geschürt und Stimmung gegen Bauern gemacht. Vom Pflanzenschutzmittel Glyphosat bis zur Tierhaltung – mit diffuser Kritik hoffe man darauf, bei den Wählern zu punkten, die man selber verunsichert habe. Purer Populismus. Und da würde inzwischen sogar die CDU mitspielen – seine eigene Partei, einst die politische Heimat so vieler Landwirte.