Zwei Jahre nach der Zwangsfusion:

Anklam als Gewinner der Kreisreform?

Jetzt ist es raus: Die Landrätin zieht zwar nächstes Jahr nach Greifswald um - aber in Anklam sollen mehr Verwaltungs-Mitarbeiter arbeiten als bisher. Womöglich gibt's sogar eine Gebäudesanierung.

"Wir haben alle Optionen durchgerechnet: Und Anklam ist einfach am preiswertesten", sagt Landrätin Barbara Syrbe (Linke), die jetzt das neue Standort-Konzept des Landkreises vorgestellt hat. Darin steht schwarz auf weiß: Anklam profitiert in mancherlei Hinsicht von der Kreisreform. Jedenfalls, was die Arbeitsplätze in der Kreisverwaltung angeht.

Denn das neue Konzept sieht 350 Verwaltungs-Arbeitsplätze für die Peenestadt vor - bisland sind es nur 300. "Es wäre teurer gewesen, die Verwaltung in Greifswald oder Pasewalk zu konzentrieren, weil das am Rand des Kreisgebiets liegt", sagt die Landrätin. Trotzdem bleibt es dabei: Syrbe und einige Verwaltungs-Bereiche ziehen im Januar nach Greifswald, denn dort ist der Kreissitz. Allerdings wird bereits einer der drei Kreis-Dezernenten, die nächste Hierarchie-Ebene unterhalb der Landrätin, in Anklam bleiben.

"Was wir jetzt noch entscheiden müssen, ist, welche Gebäude wir künftig in Anklam nutzen", sagt die Landrätin. Denn auch, wenn die Mitarbeiter-Zahl nicht geschrumpft werden soll: Die Zahl der Gebäude soll sinken. Am liebsten würde die Kreisverwaltung das alte Verwaltungsgebäude neben dem bisherigen Landratssitz, das so genannte "Haus 1", sanieren. Es war vor einigen Jahren wegen Schimmelbefalls geräumt worden: "Die Sanierung wäre billiger als die Verwaltung dauerhaft in der alten Berufsschule einzuquartieren", sagt die Landrätin. Ein Neubau komme selbstverständlich ebenfalls nicht in Frage.

Am Mittwoch jährt sich die ungeliebte Kreisreform zum zweiten Mal. Bislang ist Anklam die "heimliche Hauptstadt" des neuen Großkreises: Denn Syrbes Umzug aus Anklam in die neue Kreisstadt Greifswald wird noch mindestens bis 2014 auf sich warten lassen.