Kennzeichen:

Anklam-Fan? Jetzt kann man’s zeigen

Was die Amerikaner können, können die Anklamer auch – mit bekannten Einwohnern und ruhmreicher Geschichte auf ihre Heimat aufmerksam machen. Möglich machen es jetzt spezielle Halter für Auto-Kennzeichen.

Bürgermeister Michael Galander präsentiert die neuen Kennzeichenhalter für Anklamer Patrioten.
Gabriel Kords Bürgermeister Michael Galander präsentiert die neuen Kennzeichenhalter für Anklamer Patrioten.

Jetzt hat Bürgermeister Michael Galander ein echtes Problem. Zwei Kennzeichenhalter ringen um die Gunst, fortan das Nummernschild an seinem Auto zu beinhalten – doch es kann nur einen geben! Bislang prangt am Bürgermeister-Vehikel, das übrigens sein Privates ist, eine Halterung mit dem Schriftzug „Borussia Dortmund“. Fast jeder in der Stadt weiß um die glühende Borussia-Leidenschaft des Stadtoberhaupts.

Doch jetzt gibt es Konkurrenz: Denn die neuen Anklam-Kennzeichenhalter mit der Aufschrift „Hanse- und Lilienthalstadt Anklam – First in Flight!“ sind eingetroffen. Die Idee zu den neuen Kennzeichen wurde beim Stadtempfang im September geboren – Vorbild ist North Carolina im Norden der USA. Dort fand der erste Motorflug der Brüder Wright statt, weshalb die Menschen dort auf ihren Auto-Kennzeichen den Schriftzug „First in Flight“ spazieren fahren. Auf Deutsch heißt das ungefähr so viel wie: „Die Ersten im Fliegen“.

Nun fanden viele, diese Ehre stehe ja wohl eher den Anklamern und „ihrem“ Otto Lilienthal zu – und der Bürgermeister verkündete beim Stadtempfang spontan, solche Kennzeichenhalter werde es künftig auch für die Anklamer geben: „Wir können es ja leider nicht wie die Amerikaner aufs Nummernschild selbst schreiben – bei uns geht nur die Halterung.“

Erster im Fliegen? Natürlich Anklam!

Und so ist es dann auch gekommen: Galander höchstselbst wählte einen Anbieter aus („Made in Germany“), gestaltete den Schriftzug (schlichte Schrift mit zwei kleinen Anklam-Logos rechts und links) und ließ 500 der Kennzeichenhalter anschaffen. Jetzt hofft er, dass sich die Investition lohnt und die Anklamer die erste Charge ratzfatz wegkaufen.  

Dass „First in Flight“ auf Englisch und nicht auf Deutsch auf dem Kennzeichen steht, erklärt Galander mit Übersetzungsproblemen: „Man kann das gar nicht so ganz wörtlich übersetzen. Und ‚Die Ersten im Fliegen‘ klingt irgendwie auch komisch.“

Ab sofort zu kaufen

Doch was wird aus den Borussia-Schildern an Galanders Auto? Der Bürgermeister hat eine wenig lokalpatriotische Entscheidung getroffen: „Die Borussia-Schilder bleiben!“ Schließlich sei das Auto sein Privatwagen und nicht sein Dienstwagen. Einen solchen hat er nämlich auf Geheiß der Stadtvertreter gar nicht. Weil der Stadtvater sich aber natürlich nicht des Vorwurfs ausgesetzt sehen will, er sei kein echter Anklamer, hat er trotzdem ein Paar Halterungen gekauft: „Die kommen ans Kennzeichen meiner Frau“, verspricht der Bürgermeister.

Ab sofort können die Kennzeichen-Halterungen beim Lilienthal-Museum und bei der Anklam-Information im Rathaus (geöffnet von 9 bis 16 Uhr) erstanden werden. Kosten: 4,90 Euro für eine Halterung, im Paar für 8,90 Euro.

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