Was soll das denn?:

Anklam-Hass im Arroganz-Wahlkampf

Mit abwertenden Sprüchen gegen Anklam wird in Greifswald Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt gemacht. Allerdings: Den Kandidaten, der gegen Anklam austeilt, kann man eigentlich gar nicht ernst nehmen.

Bei so viel Arroganz bleibt einem fast die Spucke weg. Doch sollte man dies wirklich Ernst nehmen? Denn „Die Partei“ fordert auch den Wiederaufbau der Berliner Mauer.
Christian Sander Bei so viel Arroganz bleibt einem fast die Spucke weg. Doch sollte man dies wirklich Ernst nehmen? Denn „Die Partei“ fordert auch den Wiederaufbau der Berliner Mauer.

Mit den Greifswaldern und den Anklamern ist das ja immer so eine Sache. Meist sind sie sich wohlgesonnen. Aber, wenn Wahlkampf ist, schwingt Greifswald die Arroganzkeule - einige Einwohner zumindest; im aktuellen Fall sogar ein Pizzabote mit Bürgermeisterambitionen.

Doch eins nach dem anderen: Am 26. April wählen die Greifswalder ein neues Stadtoberhaupt. Jörg Hochheim (CDU) und Stefan Fassbinder (Grüne) sind bei ihren Bemühungen um das Amt bisher nicht weiter aufgefallen, doch der dritte Kandidat ist da ein etwas anderes Kaliber. Björn Wieland, 26 Jahre alt, Student. Er tritt für die Satirepartei "Die Partei" an.

Warum er Oberbürgermeister von Greifswald werden will, weiß er selbst nicht so genau. Und was der Kandidat selbst nicht vermag, besorgt die Fangruppe – sozusagen die eigenen Wahlplakate mit Parolen auszustatten. Keine dumme Idee bisher, doch jetzt fiel der Wahlkampf aus dem Rahmen!

"Damit Greifswald nicht Anklam wird"

Auf einem Plakat mit dem Konterfei des Herrn Wieland war zu lesen: „Damit Greifswald nicht Anklam wird!“ Unser Leser Christian Sander lichtete das Bild ab und stellte es bei Facebook ein. Die Koseworte, die Anklamer dort für Herrn Wieland hinterließen, sind eindeutig ausgefallen!

Allein: Herrn Wieland kann man ja eigentlich nicht ernst nehmen. Das Plakat verteidigte er jedenfalls auf wenig überzeugende Weise: Das sei ja eigentlich gar nicht gegen Anklam gerichtet. „Wir wollen nur, dass Greifswald bekannt in der Welt wird, wie Dubai oder Schanghai“, erklärt Björn Wieland.

Na dann, wir wünschen jedenfalls allen drei Kandidaten einen - ab jetzt - fairen Wahlkampf.

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung

Kommentare (2)

Wer möchte denn bitte, dass die eigene Stadt so verkommt wie Anklam? Niemand! Meiner Ansicht nach, ist dies eines der wichtigsten Versprechen (neben einem internationalen Flughafen und einer Palminsel) für den gesamten Wahlkampf. Außerdem wird allein diese Aussage Wielands Chancen für einen Wahlsieg mit Sicherheit drastische erhöhen, da keiner der anderen zwei Kandidaten etwas vergleichbares verspricht. Für alle Anklamer wäre die richtige Wahl, nach Greifswald zuziehen und Wieland zu wählen. So würde auch den Ex-Anklamern ein Anklam erspart bleiben.

Hier handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen der besten Artikel des Nordkuriers. Der Autor hat eindeutig ausgedrückt, dass mit Anklamern nicht zu spaßen ist, höchstwahrscheinlich weil es dort seit den 70ern keinen Spaß mehr gibt. Bemerkenswerterweise wurde der Bürgermeister-Kandidat um ein Jahr älter gemacht. Das lässt vermuten, dass der Verfasser die Glaubhaftigkeit und Reife Wielands absichtlich erweitern wollte. Zuletzt stellt der Autor eine sehr fragwürdige These auf. Er behauptet, dass Die PARTEI eine Satire-Partei sei. Eine sehr umstrittene Behauptung, mit der er den Anklamern wieder Mut geben will. So ein provokanter Journalismus muss hochgelobt werden! Davon kann sich selbst die Ostsee-Zeitung eine große Scheibe von abschneiden.