Dienstaufsichtsbeschwerde nach Petry-Ausladung:

Anklamer AfD-Beben: Bürgermeister unter Beschuss

Nach der von Anklams Bürgermeister Michael Galander verodneten Ausladung von AfD-Frontfrau Frauke Petry setzt die Partei nun zum Gegenangriff an. Eines ihrer Mitglieder, ein früherer Gerichtspräsident, hat beim Kreis eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Galander eingereicht.

Wer sagt hier die Wahrheit? Anklams Bürgermeister Michael Galander bekommt Gegenwind von Stadtvertreter Friedrich Baumgärtner. Foto: S. Sauer
Stefan Sauer Wer sagt hier die Wahrheit? Anklams Bürgermeister Michael Galander bekommt Gegenwind von Stadtvertreter Friedrich Baumgärtner. Foto: S. Sauer

Der Streit um den AfD-Wahlkampf in Anklam zieht weitere Kreise. Noch am Montag hatte Anklams Bürgermeister Michael Galander den Beschluss verteidigt, einen Mietvertrag für das Volkshaus zu kündigen. Nun gerät er mehr und mehr unter Druck. Gegen Galander ist inzwischen eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht worden.

AfD-Mitglied Horst Förster, einst Direktor des Amtsgerichts Neubrandenburg, hat sich nun beim Landkreis beschwert. Das Verhalten des Rathaus-Chefs sei aus mehreren Gründen justiziabel, heißt es in der Beschwerde, die die Partei veröffentlichte. Zum einen, weil die Kündigung eines gültigen Vertrages am Ende wohl nur zu Gerichtskosten führe. Zum anderen verletze Galander den Gleichheitsgrundsatz, der auch für Parteien gelte.

Noch mehr Ärger für Galander

Aber dem Bürgermeister droht noch mehr Ärger. Er hatte noch am Montag betont, die Entscheidung sei nicht allein seine. Vielmehr habe die Gesellschafterversammlung der städtischen Grundstücks- und Wohnungsverwaltung mehrheitlich so entschieden. In dem Gremium sitzen neben Galander noch Unternehmer Hans-Joachim Hagemann und Stadtvertreter Friedrich Baumgärtner.

Der kritisiert nun, wie der Beschluss gefasst wurde. Die beiden anderen Mitglieder des Gremiums seien sich zwar einig gewesen, er selbst habe aber gar kein Votum abgegeben. "Ich wurde erst nachträglich über den Vorgang informiert", so Baumgärtner. Er selbst habe auch nichts dagegen, der AfD die Räume zur Verfügung zu stellen. Galander hatte noch am Montag erklärt, Baumgärtner habe sich in der Angelegenheit enthalten. Am Dienstag widersprach er Baumgärtners Darstellung.

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Kommentare (1)

Wenn es in einer seriösen Versammlung ein Protokoll gibt (hoffentlich), sollte die Albernheit um Zustimmung oder Enthaltung keine Meldung wert sein.