Bürgermeister will Straßenbaupläne durchziehen:

Anklamer befürchten Verkehrschaos

Eine Straßenbaustelle reiht sich im kommenden Jahr in Anklam an die andere – da ist der Verkehrskollaps schon abzusehen. Daher denken Kommunalpolitiker schon über die Verschiebung von Baumaßnahmen nach. Und was sagt Bürgermeister Michael Galander?

Auch die Friedländer Straße wird im kommenden Jahr zur Baustelle, wenn dort die Fernwärmeleitung in die Innenstadt verlegt wird.
Ann-Kristin Hanell Auch die Friedländer Straße wird im kommenden Jahr zur Baustelle, wenn dort die Fernwärmeleitung in die Innenstadt verlegt wird.

2015 wird das Jahr der Straßenbaustellen in Anklam. Die Steinstraße soll saniert werden, die Friedländer Straße wird für die Innenstadt-Fernwärmeleitung aufgebuddelt. An der Pasewalker Straße, Ecke Bluthsluster, wird ein Doppelkreisel gebaut und sozusagen als Krönung wird die Straßenbrücke über die Eisenbahnlinie vor der Stadt instand gesetzt. Nicht nur für Bernd Kohn, stellvertretender Vorsitzender der Anklamer Stadtvertreter-Fraktion der CDU, ist klar, dass die Stadt dann im Verkehrschaos versinken wird. Viele Händler und Gewerbetreibende befürchten sinkende Umsätze, weil ihre Geschäfte über längere Zeit nicht erreichbar sein werden oder sie selbst ihre Kunden nicht erreichen können. „Und Besucher werden unsere Stadt gezielt meiden“ ist sich Kohn sicher.

Für den Christdemokraten ist deshalb klar, die Kommune muss einige ihrer geplanten Baumaßnahmen im Zeitplan nach hinten verlagern, um die Verkehrssituation in der Stadt einigermaßen erträglich zu gestalten. Und auch Uwe Schultz von der SPD hat seine Bedenken zum Bau-Marathon. „Da muss die Stadtverwaltung ein Konzept vorlegen, wie das gehen soll, und damit jeder Bürger weiß, was auf ihn zukommt“, fordert er. Monika Zeretzke von den Linken erklärt: „Wir dürfen keine Baumaßnahmen verschieben, wenn wir dadurch Fördermittel verlieren."

Bürgermeister will 20 Jahre Ruhe

Allein der Bürgermeister plädiert dafür, die Anklamer Straßenbau-Pläne im kommenden Jahr ohne Abstriche durchzuziehen. „Ich habe bereits beim diesjährigen Jahresempfang gesagt, dass wir bis 2016 eine komplizierte Zeit durchmachen. Doch wenn das überstanden ist, haben wir 20 Jahre Ruhe“, sagt Michael Galander. 

Doch ob das die Mitglieder seiner „Initiativen für Anklam“ (IfA) auch so sehen? Im Januar geht die IfA-Fraktion einen ganzen Tag lang in Klausur. „Dann werden wir uns auch zu diesem Thema eine Meinung bilden“, sagt Fraktionschef Norbert Gehrke.

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