Vor dem Durchbruch?:

Anklamer Kinderklinik soll ihre Türen wieder öffnen

Die Schließung Anfang Oktober hatte für einen Aufschrei der Empörung in Vorpommern gesorgt. Jetzt gibt es neue Hoffnung, denn Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) hat einen Plan.

Ab Januar 2016 soll die Kinderklinik wieder ihre Türen für die Bereiche Frauenheilkunde, Geburtenhilfe und Pädiatrie öffnen.
Archiv Ab Januar 2016 soll die Kinderklinik wieder ihre Türen für die Bereiche Frauenheilkunde, Geburtenhilfe und Pädiatrie öffnen.

Die gute Nachricht für die Vorpommern zuerst: Die geschlossene Anklamer Kinderklinik soll nach dem Willen von Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) wiedereröffnet werden. Das kündigte die Ressortchefin am Dienstagmittag gegenüber dem Nordkurier an. Die schlechte Nachricht: Der ärztliche Vorstand des Greifswalder Uni-Klinikums, Thorsten Wygold, weigert sich bislang noch, bei dem von Hesse vorgeschlagenen Deal mitzumachen.

Das Klinikum betreute bislang die Kinderstation in Anklam. Wygold ist zugleich aber auch Co-Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Wolgast, für das er Bestandsgarantien fordert. Der Plan Hesses sieht nämlich vor, die Geburtshilfe, die Frauenheilkunde und die Pädiatrie von Wolgast nach Anklam zu verlagern. Dafür sollen in Wolgast die geriatrische Abteilung und die Notfall-Hilfe ausgebaut werden. Trotz der Weigerung der Uniklinik, ihre Unterschrift unter den Deal zu setzen, ist Hesse aber zuversichtlich: „Ab 1. Januar 2016 wollen wir das Konzept umsetzen.“ Am Nachmittag wollte die Ministerin dann das Krankenhaus Wolgast und den Sozialausschuss des Landkreises Vorpommern-Greifswald besuchen und die Pläne vorstellen.

Kooperation der Standorte wird zu einem wichtigen Faktor

„Ich mache mir schon länger Sorgen um die Zukunft der Krankenhäuser in Anklam und Wolgast“, sagte Hesse mit Blick auf die wirtschaftlichen Ergebnisse. Es bringe nichts, an beiden Standorten alles zu erhalten. Daher setze man nun auf Konzentration einzelner Bereiche und auch auf Kooperation der Standorte. Vorpommern-Greifswald verfüge über vier Kinderkliniken – mehr als jeweils in den meisten anderen Landkreisen. Die Auslastung in Wolgast und Anklam liege aber bei lediglich 50 Prozent – normal seien 75 bis 80 Prozent.

Die Uniklinik Greifswald zeigte sich am Nachmittag aufgeschlossen: "Mit den Inhalten der Vereinbarung sind wir grundsätzlich einverstanden", sagte der ärztliche Vorstand Thorsten Wygold. Die Unterzeichnung der Vereinbarung sei nur "verschoben".  Der Grund: Erst müsse noch ein "betriebswirtschaftlichen Punkt" geklärt werden. Voraussichtlich sei dies im Dezember der Fall. Nach Informationen des Nordkurier verlangt die Uniklinik finanzielle Garantien für den Standort Wolgast.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung