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Anklamer Klagemauer soll fallen

Nur noch die Fassade ist von einem Haus in der Friedländer Straße übrig, und diesen wenig erfreulichen Anblick müssen die Anklamer schon über anderthalb Jahre ertragen. Damit soll jetzt Schluss sein.

Seit gut einem Jahr steht von dem  ehemaligen Wohnhaus in der Friedländer Landstraße nur noch die Fassade. Doch  nun soll sie geschleift werden.
Jörg Foetzke Seit gut einem Jahr steht von dem  ehemaligen Wohnhaus in der Friedländer Landstraße nur noch die Fassade. Doch  nun soll sie geschleift werden.

Sie wirkt wie eine Kulisse aus einem Kriegsfilm, die Fassade, die von einem Mehrfamilienhaus an der Friedländer Straße übrig blieb. Seit über anderthalb Jahren  werden die Anklamer mit dem wenig erbaulichen Anblick der Klagemauer konfrontiert, wie die Fassade im Volksmund genannt wird. Doch auch die Eigentümer sind mit dieser Baustelle alles andere als glücklich. Jetzt haben sie beschlossen, die Fassade abreißen zu lassen und das ursprüngliche Bauprojekt ganz abzublasen.

Immobilie für 15 000 Euro erworben

Ursprünglich sollte das Haus völlig neu entstehen und mehreren Familien eine neue Bleibe bieten. Zu diesem Zweck hatten die Dittrichs die Immobilie von der Grundstücks- und Wohnungsverwaltung Anklam (GWA) im April 2012 für schlappe 15 000 Euro erworben. Dass vom ehemaligen Gebäude die Fassade erhalten werden sollte, war weder Forderung der  Denkmalbehörde noch eine Liebhaberei der Bauherren. Vielmehr bot sich mit diesem Kunstgriff  für die Bauherren die Chance, einen hohen Anteil an Fördermitteln einzuwerben. Doch wenn die Dittrichs gewusst hätten, was letztlich unter dem Strich dabei herauskommt, hätten sie sich wohl ganz anders entschieden.

Fassade steht nach wie vor schief

Denn die Fassade zu erhalten und das Haus dahinter abzureißen, hat sich am Ende als eine teure Sache erwiesen. So wurde der Klagemauer der Stabilität wegen ein Stahlkorsett verpasst. Zeitgleich wurden etliche Kubikmeter Beton in den Untergrund verpresst. Und geholfen hat dies trotzdem nicht. Denn die Fassade steht schief. Jetzt zieht der Bauherr die Notbremse: „Die Fassade wird in den kommenden Wochen abgerissen“, erklärt er.