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Anklamer Ölmühle meldet Insolvenz an

Noch im Frühjahr war von Expansion die Rede. Nun ist die Anklamer Ölmühle offenbar pleite. Das Unternehmen räumt ein, Steuerforderungen nicht begleichen zu können.

Noch vor wenigen Wochen lautete die Botschaft: "Es geht weiter." Doch im Streit um offene Steuern ist die Ölmühle nun offenbar pleite.
Veronika Müller Noch vor wenigen Wochen lautete die Botschaft: "Es geht weiter." Doch im Streit um offene Steuern ist die Ölmühle nun offenbar pleite.

Schon seit Monaten steckt der Mutterkonzern in der Krise. Nun ist offenbar auch die Anklamer Ölmühle zahlungsunfähig. Das Unternehmen Naturoel Anklam AG hat in dieser Woche einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Stralsund gestellt, um ein Insolvenzverfahren zu eröffnen. Noch vor wenigen Wochen hatten die Eigentümer verbreiten lassen, das Anklamer Unternehmen sei nicht in Gefahr.

20 Millionen Euro im Verzug

Dass das nicht der ganzen Wahrheit entsprach, hatte sich Anfang Juli schon angedeutet. Da wurde bekannt, dass die Unternehmensgruppe KTG, zu der Naturoel Anklam Ag gehört, in schweren finanziellen Problemen steckt. Die Unternehmensgruppe war mit Zinszahlungen in Höhe von fast 20 Millionen Euro im Verzug. Bis heute ist nicht klar, wann die Gläubiger ihr Geld bekommen. Trotzdem sollte der Betrieb im Konzern weiterlaufen. "Die Ölmühle in Anklam läuft, und sie läuft auch weiter", formulierte Pressesprecher Fabian Lorenz damals.

Nun ist offen, wie es mit der Anklamer Tochterfirma weitergeht. Als Grund für den Insolvenzantrag nennt das Unternehmen unbeglichene Steuerforderungen, die das Unternehmen selbst offenbar nicht oder zumindest nicht in vollem Umfang anerkennen will.

Bereits 2011 zahlungsunfähig

Für die Anklamer Ölmühle ist es die zweite Insolvenz binnen weniger Jahre. Erst im Jahr 2011 war der Betrieb zahlungsunfähig und deshalb an die KTG-Gruppe verkauft worden. Das Unternehmen beschäftigte in Anklam zuletzt rund 20 Mitarbeiter.

 

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