Speed-Dating:

Anklams Frauen geben Liebe keine Chance

20 Männer hielten es für eine tolle Idee. Nur leider wollte keine einzige Frau mitmachen. Und so musste Josephine Rohr ihr rotes Herz wieder einpacken und die einsamen Männer auf später vertrösten.

Amor spielen und einsame Anklamer Herzen zusammenführen, genau das würde Josephine Rohr von Josy's Bed sehr gerne.
Christine Klose Amor spielen und einsame Anklamer Herzen zusammenführen, genau das würde Josephine Rohr von Josy's Bed sehr gerne.

„Es ist zum Verzweifeln“, sagt Josephine Rohr, Chefin von „Josy‘s Bed“ im Anklamer Volkshaus. Eigentlich möchte die Gastronomin helfen, einsame Herzen zusammenzuführen. Das ist aber gar nicht so einfach, denn die Anklamer Frauen haben ihr bei diesem Unterfangen erst mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn sie kommen einfach nicht, wenn Rohr zum „Speed-Dating“ lädt. Auch in Anklam sollte diese Form des Blitz-Flirts Frauen und Männern dabei helfen, die Hemmschwelle beim Kennenlernen zu überwinden. Aber Josephine Rohr fehlt dafür etwas ganz Entscheidendes: Frauen!

„Es melden sich einfach keine Frauen zum Speed-Dating an“, erklärt sie verzweifelt. An interessierten Männern mangele es nicht, aber was nützt das, wenn keine Frauen kommen? Dabei klingt ihr Angebot ganz spannend und ist trotzdem total unverfänglich. Die Singles (ein Männlein, ein Weiblein) sitzen sich sieben Minuten an einem Tisch gegenüber, die Stoppuhr läuft. Plaudern auf Zeit, Hobbys, Beruf, was eben so interessant. Nach sieben Minuten rückt man dann einen Tisch weiter, so ergeben sich immer neue Pärchen.

„Speed-Dating“ funktioniert in Großstädten ganz wunderbar

Wenn alles gut läuft, dann war es ein lustiger Abend. Wenn es noch besser läuft, werden Telefonnummern ausgetauscht und man trifft sich wieder. Ohne Stoppuhr, vielleicht sogar ohne Zeugen. Im besten Falle wird vielleicht ein paar Treffen später dann die große Liebe daraus.

„Speed-Dating“ funktioniert in Großstädten übrigens ganz wunderbar, manche gehen nur aus Jux hin, andere fanden dort wirklich schon den richtigen Partner. Nur eben nicht in Anklam. Single-Frauen sind offensichtlich wirklich Mangelware, denn bereits zwei Termine musste Josephine Rohr schon absagen.

„Männer sind anscheinend viel offener für solche Sachen“

„Männer sind anscheinend viel offener für solche Sachen und probieren auch einfach mal etwas aus“, vermutet sie. Als sie den rund zwanzig angemeldeten Männern absagen musste, war die Enttäuschung bei denen natürlich groß. „Zwei kamen sogar trotzdem vorbei und haben sich vor Ort umgesehen, ob wirklich keine Frauen da sind“, erzählt sie.

Hört man sich in Anklam um, dann erfährt man, dass die Frauen scheinbar alle vergeben sind. Und wenn sie überhaupt auf der Suche wären, dann würden sie nicht zum Speed-Dating gehen. Entweder sind die Anklamer Frauen zu schüchtern oder das Speed-Dating ist ihnen einfach zu oberflächlich. Und überhaupt, so hört man: Sieben Minuten sind ihnen schlicht zu kurz, um sich kennenzulernen. Die größte Sorge scheint aber eine ganz andere zu sein: Viele Frauen sagen, sie hätten Angst, einen Bekannten zu treffen. Das wäre ihnen dann richtig peinlich. Gerade das findet Josephine Rohr dagegen ganz witzig und empfiehlt allen, die sich davor fürchten, selber zum Speed-Dating zu kommen. „Dann können sie nachgucken, ob der Nachbar wirklich da ist“, lacht sie.

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