Polizei ermittelt:

Asylbewerber in Anklam brutal zusammengeschlagen

Was für die Polizei als harmlose Kontrolle begann, brachte sie zu drei Flüchtlingen ins Krankenhaus. Die Anklamer Beamten sind nun auf der Suche nach einer Schlägertruppe.

Die Beamten der Anklamer Polizei ermitteln auf Hochtouren, nachdem Montag drei Asylbewerber in der Hansestadt brutal zusammengeschlagen wurden.
Jan Woitas Die Beamten der Anklamer Polizei ermitteln auf Hochtouren, nachdem Montag drei Asylbewerber in der Hansestadt brutal zusammengeschlagen wurden.

Eigentlich wollten die drei nur zurück ins Asylbewerberheim, als sie Montagnacht gegen halb zehn mit dem Zug in Anklam ankamen. Doch nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt trafen sie am Busbahnhof auf eine Gruppe Unbekannter. Fünf Männer und drei Frauen.

Erst Beschimpfung, dann Schläge

Erst waren es nur Beledigungen und fremdenfeindliche Sprüche, die gerufen worden - doch dann flogen Fäuste. Sogar mit einem Messer seien die drei jungen Männer bedroht worden. Zwei von ihnen - ein 28-jähriger Iraner und ein 21-Jähriger aus Afghanistan - gelang die Flucht zurück ins Asylbewerberheim. Der Dritte im Bunde floh auch, jedoch wollte er kurz darauf die beiden zurückgelassenen Fahrräder abholen. Als er mit den Rädern den Parkplatz des naheliegenden Ärztehauses überqueren wollte, fuhr mehrfach ein roter Ford Ka auf ihn zu, sodass er sich nur mit einem Sprung zur Seite retten konnte. Kurz darauf wurde der 27-jährige Afgahne von der Polizei angehalten und überprüft.

Polizeiarbeit läuft jetzt auf Hochtouren

Nachdem die Beamten gehört hatten, was passiert war, kontrollierten sie zunächst das Gelände rund um den Bahnhof. Als dort niemand mehr zu finden war, begleiteten sie den jungen Mann ins Asylbewerberheim und schauten nach den anderen beiden Beteiligten. Zur Sicherheit wurden alle drei ins Klinikum gebracht und ihre Verletzungen ambulant behandelt.

Noch in der Nacht wurden erste Spuren am Tatort gesichert. Jetzt ermittelt die Beamten - unter Leitung des polizeilichen Staatsschutzes - mit dem Verdacht der gefährlichen Körperverletzung, der Bedrohung und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Reisende und Bürger aus Anklam, die entsprechende Beobachtungen am gestrigen Abend auf und um das Gelände des Anklamer Haupt- bzw. Busbahnhofs gemacht haben, können die Polizei mit Ihren Angaben unterstützen. Solche Hinweise zum Geschehen werden dringend erbeten und in der Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg unter 0395/5582-2224, über die Internetwache unter www.polizei.mvnet.de und in der nächstgelegenen Polizeidienststelle entgegen genommen.

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