Polizei sucht Zeugen:

Asylbewerber mit Bierflasche angegriffen

Ausländerfeindliche Beschimpfungen hat er schon öfter erleben müssen. Doch was dem Togolesen Djinyedjio Kokou am Mittwoch passierte, war das Schlimmste, was er in Anklam bisher erlebte. Auf dem Weg zur Arbeit wurde er von zwei Männern angegriffen.

Djinyedjo Kokou ist wegen des Vorfalls noch immer sehr aufgebracht.
Lutz Reuter Djinyedjo Kokou ist wegen des Vorfalls noch immer sehr aufgebracht.

Djinyedjo Kokou lebt seit ungefähr acht Monaten im Anklamer Asylbewerberheim. Fast genauso lange ist er regelmäßig Gast im Jugendclub Mühlentreff. Die Jugendlichen und Mitarbeiter dort nennen ihn Patrice. Mittlerweile hat der 38-Jährige Togolese sogar eine Minijob-Stelle im Jugendclub bekommen.

„Bei dem bisschen Geld, das er bekommt, müsste man eigentlich von einer ehrenamtlichen Tätigkeit sprechen“, sagt Roderich Eichel, Leiter der Einrichtung. Der neue Mitarbeiter repariert Fahrräder, übernimmt Gartenarbeiten und hilft Neuankömmlingen, sich zurechtzufinden.

Am Mittwoch ist Kokou auf seinem Weg zur Arbeit von zwei Männern angegangen worden. Er sagt, dass er in Anklam schon mal aus einem fahrenden Auto heraus beleidigt wurde. Der Vorfall vom Mittwoch sei aber das Schlimmste, was ihm bisher in der Peene-Stadt passiert ist.

Foto von den Angreifern geschossen

Als Kokou den Männern im Birkenweg begegnete, habe einer versucht, ihn mit einer Bierflasche zu schlagen. „Da bin ich ausgewichen und habe sofort mein Handy herausgeholt und ein Foto von denen gemacht“, so Kokou. Die Männer hätten ihn darauf hin beschimpft. „Sie sagten: Neger was willst du hier. Raus mit dir aus Deutschland.“

Außerdem sagten die Angreifer, dass er ruhig die Polizei rufen und ihnen das Foto zeigen könne. Kurz nach dem Vorfall hat Kokou bei der Anklamer Polizei Anzeige erstattet. Staatsschutz und die Kriminalpolizeiinspektion Anklam haben Ermittlungen aufgenommen. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden.

Nordkurier digital jetzt ab 3,75 € pro Monat