Aufsichtspflicht verletzt?:

Baby in Teich gestürzt - Verfahren gegen Vater eingeleitet

Ein zehn Monate altes Mädchen ist am Dienstag in einen Teich gestürzt und hat sich lebensgefährlich verletzt. Nun hat die Polizei zwei Strafverfahren gegen den Vater eingeleitet.

Das Baby befindet sich momentan immer noch auf der Intensivstation.
Patrick Pleul Das Baby befindet sich momentan immer noch auf der Intensivstation.

Im Fall des in Katzow in einen Gartenteich gestürzten, zehn Monate alten Mädchens hat die Polizei zwei Strafverfahren eingeleitet. Gegen den Vater des Kleinkindes wird nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und wegen des Verdachts der Verletzung der Aufsichtspflicht ermittelt.

Der Vater hatte das Baby nach eigenen Angaben am Dienstag etwa fünf Minuten alleine gelassen. In dieser Zeit war das Mädchen durch die angelehnte Balkontür auf die Terrasse gekrabbelt. Von dort aus war sie in den angrenzenden, rund acht mal acht Meter großen Gartenteich gerutscht.

Aussage des Vaters plausibel

Wieder zurückgekehrt fand der Vater das Mädchen mit zappelnden Beinen kopfüber im Teich, mit dem Gesicht im Wasser. Der Vater leistete Erste-Hilfe-Maßnahmen. Durch einen Notarzt konnte das Mädchen weiter stabilisiert werden.

"Die Aussage des Vaters ist plausibel", sagte Polizeisprecher Axel Falkenberg. Die Tür zur Terrasse scheine in der Tat angelehnt geschlossen gewesen zu sein. Allerdings seien die Fenster der Aufsichtspflicht in diesem Alter sehr eng gesetzt. "Nun obliegt die Entscheidung, ob das Verfahren eingestellt oder weitergeführt wird, der Staatsanwaltschaft in Stralsund," sagt Falkenberg.

Das Baby befinde sich weiterhin in stabilem Zustand auf der Intensivstation des Greifswalder Klinikums.

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