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Bannmeile: Ex-Häftling darf nicht mehr nach Anklam

Weil er sein ehemaliges Wohnhaus in die Luft jagen wollte, musste ein Anklamer wegen versuchten Mordes sechseinhalb Jahre in Haft. Jetzt ist der Mann wieder auf freiem Fuß – und offenbar fürchtet man, dass er sein Werk zu Ende bringen will, denn er erhielt strenges Anklam-Verbot. Eine elektronische Fußfessel soll verhindern, dass er sich der Stadt nähert.

Er wollte in Anklam ein Haus sprengen, saß seine Strafe wegen versuchten Mordes ab. Anklam darf er aber auch danach nicht betreten, mit so einer Fußfessel wird das überwacht.
Bernd Weißbrod Er wollte in Anklam ein Haus sprengen, saß seine Strafe wegen versuchten Mordes ab. Anklam darf er aber auch danach nicht betreten, mit so einer Fußfessel wird das überwacht.

Im Februar 2010 schrammten die Bewohner der Gellendiner Siedlung in Anklam nur knapp an einer Katastrophe vorbei. Eine Explosion in einem Mehrfamilienhaus konnte dort gerade noch verhindert werden. Eine Bewohnerin hatte damals im letzten Moment entdeckt, dass jemand die Gasleitung im Haus manipuliert hatte und die Einsatzkräfte alarmiert.

Der Schaden stellte sich nicht als technischer Defekt heraus, sondern als vorsätzlich herbeigeführt. Das Gebäude hatte bis zu einer Zwangsvollstreckung einem Anklamer gehört, der nun als Tatverdächtiger zunächst in U-Haft kam, dann angeklagt und schließlich verurteilt wurde – wegen versuchten Mordes zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft.

Seit Anfang Oktober wieder frei

Inzwischen hat der Mann seine Zeit in der Justizvollzugsanstalt vollständig abgesessen. Seit Anfang Oktober ist er wieder auf freiem Fuß – jedoch mit deutlichen Einschränkungen. Gegen den Anklamer ist vom Landgericht Rostock die sogenannte Führungsaufsicht angeordnet worden. Das bedeutet, dass der Mann in den kommenden fünf Jahren weiterhin unter permanenter Beaufsichtigung der Justiz steht.

Zu den Auflagen, die der Mann erhalten hat, gehört seine Pflicht, dauerhaft eine elektronische Fußfessel zu tragen. Zudem darf er seinen ehemaligen Wohnort nicht mehr betreten – die Stadt Anklam ist für ihn als Ganzes tabu.

Wegen der Fußfessel hat der Verurteilte jedoch Beschwerde eingereicht. Darüber muss nun das Oberlandesgericht entscheiden.