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Baustellen-Engel soll den Frust weglächeln

Kann man den vielen Baustellen in Anklam auch etwas Charmantes abgewinnen? Zumindest für einen Augenklick! Denn wenn Bauarbeiter Matthias Fricke im weißen Unterhemd kellnert, hat das schon Charme: Die Fotos, die dabei entstanden sind, sollen die Anklamer gnädig stimmen.

Diesen Arbeitstag wird Bauarbeiter Matthias Fricke nicht so schnell vergessen.
Anne-Marie Maaß Diesen Arbeitstag wird Bauarbeiter Matthias Fricke nicht so schnell vergessen.

So einen Arbeitstag hat Matthias Fricke noch nie erlebt. Anstatt auf einer der zahlreichen Baustellen in der Stadt zu schuften, wie es der Angestellte von Tiefbau Sommerfeld gewohnt ist, war gestern vor allem eines wichtig – immer schön freundlich lächeln. Fricke ist nämlich das neue Fotomodell der Stadt Anklam. In blauer Arbeitslatzhose, weißem Unterhemd und mit Bauhelm drehte sich sein Dienstag ab 7.30 Uhr vor allem um die richtige Pose vor der Kamera.

Die Idee dahinter: Gegen das Leid der Anklamer über die vielen Baustellen sollen Plakate mit dem Bauarbeiter – zum Beispiel als Kellner für Senioren bei der Bäckerei Grützmann oder als Einkaufsbegleiter für junge Mädels in der Steinstraße – an den vielen Bauzäunen in der Stadt für Abwechslung sorgen.

In zehn Tagen hängen die Plakate

Die Hoffnung dahinter: So sollen auch die Geschäfte, die derzeit unter den Arbeiten vor ihrer Ladentür leiden, noch ein wenig Werbung bekommen. Aufhängt werden die Plakate in ungefähr zehn Tagen an verschiedenen Stellen in der Stadt.

Für die Beteiligten der Aktion brachte der Fototag vor allem reichlich Spaß mit sich. Auch, wenn der Gedanke, bald mehrfach überlebensgroß in der Stadt zu sehen zu sein, für Matthias Fricke selbst noch etwas gewöhnungsbedürftig ist. „Es ist ja für einen guten Zweck. So ganz überzeugt war meine Familie auf Anhieb aber nicht“, gesteht er. Dabei ist Fricke es schon vom Lachtheater gewohnt, auch mal im Mittelpunkt zu stehen.