Unfall:

Betonstück trifft Auto: Abriss unterbrochen

Der Abriss in der Anklamer Innenstadt fasziniert die Zuschauer, aber er kann auch gefährlich werden. Jetzt traf ein Betonstück ein parkendes Auto. Die Baustelle ist erst einmal stillgelegt. Die Sicherheitsmaßnahmen kommen auf dem Prüfstand, um einen erneuten Vorfall möglichst ausschließen zu können.

Der Abriss der WBS-70-Blöcke erfordert vom Baggerfahrer Erfahrung und viel Fingerspitzengefühl.
Veronika Müller Der Abriss der WBS-70-Blöcke erfordert vom Baggerfahrer Erfahrung und viel Fingerspitzengefühl.

Aufregung an der Abriss-Baustelle in der Anklamer Innenstadt: Ein Stück Betonplatte hat sich selbstständig gemacht und ein in der Steinstraße parkendes Auto getroffen. Niemand kam dabei zu Schaden, allerdings hat der Pkw eine dicke Beule in der Tür. „Gott sei Dank ist niemandem etwas passiert.“ Susanne Bluhm, die Chefin der Grundstücks- und Wohnungswirtschafts GmbH Anklam (GWA) war sichtlich betoffen über den Vorfall auf ihrer Baustelle. „Wir haben die Baustelle erst einmal stillgelegt“, sagte sie.

Um in Zukunft möglichst weitere Vorfälle ausschließen zu können, wird das gesamte Sicherheitspaket für den Abriss auf Herz und Nieren geprüft. Freitag treffen sich alle Beteiligten von GWA, Planungsbüro und Abrissfirma, um das weitere Vorgehen zu klären. Wie auf jeder Baustelle gibt es auch für diese ein Sicherheits- und Risiko-Konzept mit entsprechendem Koordinator. Der hat, davon ist Susanne Bluhm überzeugt, einen guten Job gemacht. Auch die Abrissfirma trifft nach ersten Erkenntnissen keine Schuld. „Da haben 100 Zufälle zusammengespielt – das konnte wohl niemand vorhersehen.“

Dennoch ist der Schreck nicht nur der GWA-Chefin und ihrer Bauverantwortlichen Martina Meyer in die Glieder gefahren, auch die Bauarbeiter waren geschockt. Ihr Job ist es, Häuser abzureißen – den machen sie seit Jahren und sie wissen, was sie tun. Doch ein kleines Restrisiko bleibt wohl immer. So wie eben gestern in Anklam: Am Ringanker ist unter der Kraft des Abrissbaggers ein Betonstück abgeplatzt. Dieses fiel nicht in den Bauschutt oder in die abgezäunte Baustelle, sondern flog regelrecht durch die Steinstraße bis auf den Parkstreifen.

Ob bei der „Sicherheitskonferenz“ neue Erkenntnisse herauskommen, wird sich zeigen. In einer ersten Reaktion nach dem Unfall erklärten die Bauarbeiter, dass der Abriss des Eckhauses, das den Planern von vornherein einiges Kopfzerbrechen bereitet hatte, in eine „verkehrsarme“ Zeit am Wochenende oder am Abend verlegt werden sollte. Fakt ist: Wenn es zu einer Vollsperrung der Stein- und der Peenstraße am Markt kommt, ist wohl der Verkehrskollaps in der Innenstadt perfekt. „Genau das wollen wir aber eigentlich nicht“, sagt Bluhm. Nun stehen die Bagger erst einmal still – zuvor wurden nur noch lose Betonteile entfernt. Dann war Ruhe auf der sonst so lebhaften Baustelle. Wie lange, das wird sich Freitag zeigen.

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