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Blutrünstige Streuner: Wie viele gibt es bei uns?

Sind streunende Hunde im Anklamer Umland kein Einzelfall? Nachdem zwei Streuner bei Rebelow 40 Schafe gerissen haben, gibt es nun Hinweise, dass etliche Streuner in der Region unterwegs sind.

Werden streunende Hunde zur Gefahr in Vorpommern? Bisher ist nicht einmal bekannt, wie viele Streuner es überhaupt gibt.
Dpa Werden streunende Hunde zur Gefahr in Vorpommern? Bisher ist nicht einmal bekannt, wie viele Streuner es überhaupt gibt.

Was Anfang der Woche nahe Rebelow geschah, macht Peter Markgraf immer noch zu schaffen. Zwei streunende Hunde fielen über eine Schafherde des Bio-Bauern her und bissen 13 Tiere sofort tot. Weitere 27 Schafe trugen so schwere Bissverletzungen davon, dass sie eingeschläfert werden mussten. Für einen Landwirt, der seine Tiere hegt und sie aufwachsen sieht, ist dies wohl mehr als bitter.

Doch damit ist es noch nicht getan. Auch mit dem finanziellen Schaden steht Peter Markgraf allein da. 80 Euro kostet ein Mutterschaf, doch von den insgesamt 3200 Euro Verlust wird er kaum einen Cent wiedersehen. Wenn ein Wolf die Schafe gerissen hätte, wäre das Land für den Schadenersatz eingesprungen, doch es waren ganz eindeutig zwei Hunde. „Da müsste man den Halter ausfindig machen und seine Ansprüche zivilrechtlich verfolgen“, weiß Markgraf.

Keiner der beiden Streuner trug eine Steuermarke

Doch das wird schwierig. Denn die beiden Hunde sind in den vergangenen Tagen gestellt und zur Strecke gebracht worden. „Bei einer ersten Untersuchung konnten wir keinen elektronischen Identifizierungs-Chip feststellen“, sagt Kreis-Tierarzt Holger Vogel. Auch eine Steuermarke trug keiner der beiden Streuner. „Derzeit werden die Kadaver pathologisch im Landes-Veterinäramt untersucht. Dort werden die Hundekadaver vor allem auf ansteckende Krankheiten untersucht." Vogel hat nur schwache Hoffnung, dass sich Hinweise zur Identifizierung der Tiere finden.

Für Schafhalter Peter Markgraf wirft der aktuelle Fall nur ein Schlaglicht auf die wahren Verhältnisse auf dem Land. Der Landwirt aus Jatznick ist sicher, dass von streunenden Hunden eine viel größere Gefahr ausgeht, als dies der Öffentlichkeit bisher bewusst war. „Nach der Sache von Rebelow habe ich Informationen aus den umliegenden Dörfern bekommen, dass hier noch viel mehr streunende Hunde unterwegs sind“, berichtet er. Die Angaben des Landwirts schätzt Kreis-Veterinär Dr. Holger Vogel als glaubwürdig ein. Eine erhöhte Gefahr für Nutztiere durch streunende Hunde bezweifelt er aber. „Es gibt bei uns keine eigenständige Population von wild lebenden Hunden wie in Süd- oder Osteuropa“, erklärt er.

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