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Boldekow feiert eine Riesen-Sause

Von Anja Rau Bei runden Geburtstagen sind die Sausen meist besonders groß. So auch am Sonnabend in Boldekow, das 700 Jahre alt wird. Boldekow. Um es ganz ...

Die zwei Strohballen-Männchen stehen in Boldekow. Das Dorf feiert am kommenden Sonnabend sein 700-jähriges Jubiläum. [KT_CREDIT] FOTO: Anja Rau

Von Anja Rau

Bei runden Geburtstagen sind die Sausen meist besonders groß. So auch
am Sonnabend in Boldekow, das 700 Jahre alt wird.

Boldekow. Um es ganz genau zu nehmen: Das Dorf ist bereits 700 Jahre alt. Am 1.April 1313 wurde es erstmals urkundlich erwähnt, sagt Bürgermeister Holger Vogel. „Aber wir wollten es ja nicht wie einen Aprilscherz aussehen lassen. Außerdem ist das Wetter jetzt hoffentlich besser“, erklärt er, warum mit zwei Monaten Verspätung gefeiert wird. Nimmt man es ganz genau, ist Boldekow sogar noch älter, wie Vogel erklärt. Bei der Ersterwähnung sei bereits Wohnbebauung genannt. „Aber ist ja okay, so mussten die Dorfbewohner erst später ihren Zehnt abgeben“, sagt er grinsend.

Den ganzen Sonnabend sind rund um das Bürgerhaus Veranstaltungen geplant. Um 11 Uhr beginnt das Fest mit einem Umzug durch den Ort. Neben historischen Kostümen, können die Zuschauer auch verschiedene Fahrzeuge und Technik aus vergangenen Zeiten bewundern, macht Vogel neugierig. Die offizielle Eröffnung des Festes ist um 13 Uhr auf dem Festplatz. Dort stehen die Reste der Gutsanlage Boldekow. Pferdestall und Gutshaus sind von der im 18. Jahrhundert erbauten Anlage noch vorhanden. Der Graf von Schwerin hatte dort einst sein Anwesen. Mit einer Ansprache von Pastor Philipp Staak beginnt der festliche Teil des Tages um 17 Uhr in der Dorfkirche. Dazu wird der Philharmonische Chor Neubrandenburg singen – mit einem Alt-Boldekower als Sänger. Der wird zum eigenen Dorfjubiläum wohl besonders laut einstimmen.

Besonders freut sich der Bürgermeister, dass der Gedenkstein für den ehemaligen Botaniker Kurt Sprengel rechtzeitig fertig geworden ist. Der bekannte Forscher, nach dem auch zwei Pflanzen benannt sind, wurde einst in Boldekow geboren: „Wir haben ja nicht so viele bekannte Söhne. Umso schöner, dass wir ihn nun bei unserem Jubiläum ehren können.“ Der Gedenkstein wird auf dem Pfarrhof der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.