Angst vor Verkehrschaos:

Anklamer wollen sich gegen Brückenpläne wehren

Darüber sind sich fast alle einig: Wenn die Straßenbrücke vor Anklam gesperrt wird,  bricht in Vorpommern ein Verkehrschaos aus. Daher wollen Kommunalpolitiker Druck machen. Doch gibt es Alternativen?

Zu der angekündigten Brückensperrung gibt es keine Alternative, sagte das Landesverkehrsministerium. Denn wenn die Sanierung der Straßenbrücke vor Anklam nicht vor 2016 in Angriff genommen wird, muss ein Neubau her.
Gabriel Kords/Archiv Zu der angekündigten Brückensperrung gibt es keine Alternative, sagte das Landesverkehrsministerium. Denn wenn die Sanierung der Straßenbrücke vor Anklam nicht vor 2016 in Angriff genommen wird, muss ein Neubau her.

Schon jetzt denken viele Vorpommern mit Grausen daran, wenn die Straßenbrücke vor Anklam, auf der die Bundesstraßen 109 und 110 über die Bahnlinie geführt werden, saniert werden soll. Über Monate wird der Straßenverkehr damit garantiert stark behindert, sogar von vier Tage währenden Vollsperrungen ist die Rede. Kein Wunder, dass viele Gewerbetreibende bereits jetzt ihrem Unmut Luft machen. Jüngst meldeten sich sogar die Hoteliers von der Insel Usedom und forderten eine Ausweichlösung. Und auch in Anklam formiert sich der Protest.

„Wir müssen Druck machen, dass die Pläne geändert werden“

Die Mitglieder der Initiativen für Anklam (IfA) werden sich gleich im nächsten Jahr mit dem Thema offensiv befassen. „Wir müssen Druck machen, dass die Pläne geändert werden“, erklärt Norbert Gehrke, Chef der IfA-Fraktion in der Stadtvertretung. Unter Umständen müsse man, wie bei den Protesten gegen die Gerichtsreform, dafür sogar auf die Straße gehen.

Doch was man so über die Pläne aus dem Schweriner Verkehrsministerium hört, ist nicht gerade dazu angetan, den Vorpommern in dieser Sache Mut zu machen: Bei der Sanierung der Brücke sitzt den Landesbehörden die Zeit im Nacken. Offenbar ist der Zustand des Bauwerkes schon fast an der Grenze des Erlaubten. „Beginnt die Sanierung nicht vor 2016, können wir gleich neu bauen“, erklärt Ministeriumssprecher Steffen Wehner. Und dann wird es nicht nur teurer, sondern noch chaotischer. Weil die Sanierung nicht auf die lange Bank geschoben werden kann, ist an einen provisorischen, beschrankten Bahnübergang nicht zu denken. Denn es dauere zu lange, bis das Bundeseisenbahnamt als Genehmigungsbehörde einen provisorischen Übergang  geprüft hätte, deutete Wehner an. Heißt wohl: Womöglich wäre die Brücke bis dahin zusammengefallen.