Gerichtsverfahren:

Bürgermeister Galander will Geld, die Gegner sagen: Nein!

Der Untreueprozess gegen Anklams Bürgermeister Michael Galander dauerte ganze sechs Jahre. 10 000 Euro zahlte er, um das Verfahren endlich zu beenden. Insgesamt kostete ihn der Prozess 49 000 Euro. Und die will er nun zurück haben. Wären da nicht seine politischen Gegner.

Ein Gerichtsprozess, der sechs Jahre lang dauert, kostet eine Menge Geld. Das will Anklams Bürgermeister Michael Galander jetzt wieder zurückhaben - von der Stadt.
Stefan Sauer Ein Gerichtsprozess, der sechs Jahre lang dauert, kostet eine Menge Geld. Das will Anklams Bürgermeister Michael Galander jetzt wieder zurückhaben - von der Stadt.

Anklam.  Vor mehr als vier Monaten hat Bürgermeister Michael Galander seine Prozesskostenforderung über 49 000 Euro an die Stadt öffentlich gemacht. So viel Geld ist aufgelaufen, als sich Galander wegen mutmaßlicher Untreue vor Gericht verteidigen musste. Passiert ist seitdem scheinbar wenig. "Mein Stellvertreter hätte ja schon etwas unternehmen können, aber wie ich ihn kenne, ist das eher nicht der Fall", sagt Galander halb amüsiert. Und richtig: Sein Stellvertreter Detlef Butzke hat sich Zeit gelassen. Aber nicht mutwillig. "Ende Juli hat der Anwalt des Bürgermeisters weitere Unterlagen eingereicht, jetzt ist der Antrag bearbeitungsfähig", erläutert Butzke: Wann sich die Stadtvertretung mit Galanders Forderungen betraut und ob externe Rechtsberater um Unterstützung gebeten werden, dazu hält sich Butzke bedeckt: "Kein Kommentar." Die mit der Bürgermeister-Forderung beschäftigten Rathaus-Mitarbeiter sitzen offenbar in einer Zwickmühle, denn wer will sich schon mutwillig mit dem Chef anlegen.

Die Kommunalpolitik zeigt sich da kompromissloser: Die CDU als auch die Linken wollen die Forderungen des Bürgermeisters abschmettern und es auf einen Gerichtsstreit ankommen lassen: "Das sollen die Juristen entscheiden. "Der Bürgermeister hat Fehler gemacht, und das soll er doch endlich einmal zugeben", sagt Linken-Sprachrohr Monika Zeretzke. Die entstandenen Prozesskosten, die Galander erstattet haben möchte, liefen durch das Untreueverfahren auf, dass gegen ihn von 2007 bis 2013 geführt wurde und letztendlich gegen die Zahlung eines Geldbetrages von 10 000 Euro eingestellt wurde.

Abschmettern oder doch für einen Vergleich plädieren? Da ist sich Sozialdemokrat Uwe Schultz noch nicht ganz sicher. "Schaden ist in der Sache der Stadt aber auch dem Bürgermeister entstanden" , argumentiert er. Bedeckt hält sich die Hausmacht des Bürgermeisters von den "Initiativen für Anklam" (IfA). "Da wir bisher von der Stadtverwaltung keine Unterlagen zu dem Vorgang erhalten haben, kann man dazu auch schlecht etwas sagen", meinte IfA-Pressesprecher Christian Schröder.

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung