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Bundespolizei verlässt Flugplatz in Anklam

Was soll denn in Anklam noch alles gestrichen werden? Seit 19 Jahren gab es die Bundespolizei-Flieger auf dem Anklamer Flugplatz, sie sicherten mit ihrer Miete das Überleben des Platzes und seiner Tankstelle. Jetzt hat der Bund entschieden: Tschüss Anklam.

Das war's in Anklam: Künftig ist der Hubschrauber der Bundespolizei in Neubrandenburg stationiert.
NK-Archiv Das war's in Anklam: Künftig ist der Hubschrauber der Bundespolizei in Neubrandenburg stationiert.

Ab November verlässt die Bundespolizei den Anklamer Flugplatz. Der Stützpunktdienst wird künftig am Flugplatz Neubrandenburg wahrgenommen, teilte Bundespolizeisprecher Helvi Abs mit. "Ja, der Vertrag mit uns ist bereits gekündigt", bestätigt Flugplatz-Chefin Anja Lehrkamp. Damit geht eine 19-jährige Zusammenarbeit zu Ende.

Erhebliche finanzielle Einbußen

Die Folge: erhebliche finanzielle Einbußen. Immerhin ein Viertel der Einnahmen stammen aus dem Vertrag mit der Bundespolizei. Den Löwenanteil dabei macht der Verkauf des Kerosins aus, das der Flugplatz über die kleine Tankstelle für den Hubschrauber vorhielt.

Wie das kompensiert werden kann, weiß Lehrkamp jetzt noch nicht. Erst einmal ist sie nun auf der Suche nach neuen Mietern für den Stellplatz im Hangar und die von den Einsatzkräften genutzten Räume. Froh ist Anja Lehrkamp darüber, dass wenigstens die Bundeswehr ihr die Treue hält.

"Entscheidungen, an denen wir nicht rütteln können."

"Wir haben, nachdem die Kündigung bei uns einging, sofort versucht, das irgendwie noch zu retten. Aber vergebens. Das sind Entscheidungen, an denen wir nicht rütteln können." Das bestätigte auch der Bundespolizeisprecher. Die Mietverträge für Neubrandenburg seien bereits unterschrieben.

Als einen Grund für den Umzug ins Landesinnere nannte Abs die Verlagerung der polizeilichen Einsatzschwerpunkte. Er verwies gleichzeitig darauf, dass die Einsatzkapazitäten für den Bereich Anklam durch die Standortverschiebung unberührt bleiben.