Urteil im Revisionsverfahren:

Butzower Bluttat: Tochter soll für vier Jahre hinter Gitter

Im Gerichtsverfahren um die Bluttat von Butzow gibt es ein neues Urteil: Elise, die Tochter des Opfers, soll nun für vier Jahre hinter Gittern. Doch auch eine erneute Revision ist möglich.

Elise L., die Tochter des Opfers der Bluttat von Butzow, wurde gestern im Revisionsverfahren zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.
Marcus Brandt Elise L., die Tochter des Opfers der Bluttat von Butzow, wurde gestern im Revisionsverfahren zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Nahezu mit unbeweglicher Miene nahm Elise L. die Verkündung des Urteils hin, dann flossen doch ein paar Tränen. Im Revisionsverfahren um die Bluttat von Butzow verurteilte die 23. Strafkammer des Stralsunder Landgerichts sie wegen Totschlags durch Unterlassen zu vier Jahren Gefängnis.  Doch noch ist nicht klar, ob dies auch das Finale im Prozess um die Bluttat von Butzow war. Innerhalb einer Woche kann Revision gegen das Urteil eingelegt werden.

Dabei war die Verhandlung bereits ein Revisionsverfahren.  Im ersten Verfahren war die heute 26-jährige Elise L. im November 2013 zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Haupttäter Max L. schickten die Richter für elf Jahre hinter Gitter. Beide waren am Abend des 30. September 2012 nach Butzow gefahren. Dort sei Max ins Haus gegangen, um mit Elises Vater über den angeblichen Missbrauch seiner Tochter zu reden. Elise habe wenige Meter entfernt im Auto gewartet. Am nächsten Tag fand eine Pflegedienstmitarbeiterin Elises Vater tot mit einem Messer in der Brust.

Kein naives, unschuldiges Mädchen

Nach fünf Monaten kam die Polizei Max L. auf die Spur und er gestand die Tat. Als er gemeinsam mit Elise vor Gericht stand, widerrief er sein Geständnis zum Teil und beschuldigte gar die Freundin. Doch die Richter glaubten ihm nicht und verurteilten ihn zu einer langen Haftstrafe. Auch Elise nahmen sie die Rolle des naiven, unschuldigen Mädchens nicht ab. Sie wurde wegen Beihilfe zur Körperverletzung und Totschlags durch Unterlassen verurteilt.

Beide Angeklagten gingen in Revision, über die dann der Bundesgerichtshof entschied. Der bestätigte das Urteil gegen Max L., doch Elise konnte hoffen. Die Bundesrichter verfügten ein Revisionsverfahren am Stralsunder Landgericht.  Sie monierten, dass die junge Frau nicht noch wegen Beihilfe zur Körperverletzung verurteilt werden könnte, wenn Totschlag durch Unterlassen als Hauptvorwurf im Raum steht. Deshalb begrenzten die Richter die Freiheitsstrafe nun auf vier Jahre.