Sicherheit in Vorpommern:

Caffier will Bereitschaftspolizei schicken

Landes-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) will in Anklam einen weiteren Zug der Bereitschaftspolizei einrichten. Auch wenn er es nicht sagt: Die Ankündigung dürfte angesichts der Debatte um Bürgerwehren kein Zufall sein.

Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) will in Anklam eine Bereitschaftspolizei einrichten
Friso Gentsch Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) will in Anklam eine Bereitschaftspolizei einrichten

Landes-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, in Anklam einen weiteren Zug Bereitschaftspolizei aufzubauen. Caffier sagte in einem Interview, die Polizei habe im Osten des Landes "neue Aufgaben hinzubekommen", nachdem die Bundespolizei ihre Kräfte an der Grenze zu Polen drastisch reduziert habe.

Derzeit müssten zusätzliche Polizisten aus dem Polizeipräsidium Neubrandenburg den Bedarf im Osten des Landes abfangen. Dadurch fielen aber Überstunden an. Insgesamt kommt Caffier zu dem Schluss: "Ich brauche eher mehr Polizisten, als Stellen abzubauen." Die aktuell rund 5800 Polizisten im Land seien die Grenze dessen, was möglich sei.

Sicherheitsempfinden der Bürger sinkt

Caffiers Auslassungen stehen möglicherweise auch im Bezug auf die aktuellen Debatten in Vorpommern, wo sich insbesondere in der Grenzregion im Uecker-Randow-Gebiet zahlreiche Bürger über sinkendes Sicherheitsempfinden beklagen.  Es gebe steigende Einbruchzahlen seit der vollständigen Öffnung der deutsch-polnischen Grenze im Jahr 2007. Zuletzt hatte eine Bürgerinitiative in der Region die Einrichtung einer Bürgerwehr gefordert, vergangene Woche präsentierte die AfD den Vorschlag einer "Sicherheitswacht".

Bereitschaftspolizei hat es in Anklam übrigens bis 2003 schon einmal gegeben, wenn auch keine vollständige Hundertschaft, sondern lediglich zwei Züge mit insgesamt rund 70 Polizisten. Die Anklamer Bereitschaftspolizei war im Zuge von Umstrukturierungen aufgelöst worden, die Caffier jetzt offenbar zumindest in diesem Punkt rückgängig machen will. Derzeit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern zwei Einsatzhundertschaften der Bereitschaftspolizei, die in Schwerin und Rostock stationiert sind.

Marco Bialecki, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Anklam, begrüßte den Vorschlag ausdrücklich. Zugleich erteilte er Forderungen nach einer Bürgerwehr oder einer Sicherheitswacht eine Absage. Dies sei nicht im Interesse der Polizisten, sagte er.

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