Operation Hass:

Chefarzt schlägt auf Anklam ein

Für Anklam sind Anfeindungen ja leider nichts Neues, aber so viel Hass tropfte bisher selten aus einer Feder. Geführt hat sie Dr. Dieter Radloff-Abeler aus Wolgast. Der Arzt kämpft für sein Klinikum und wirft dafür mit Dreck auf Anklam.

Dr. Dieter Radloff-Abeler ist kommissarischer Chefarzt der Wolgaster Gynäkologie.
Uwe Wiese / Archiv Dr. Dieter Radloff-Abeler ist kommissarischer Chefarzt der Wolgaster Gynäkologie.

Die Schmähschrift aus Wolgast ging an Sozialministerin Birgit Hesse (SPD), alle Landtagsabgeordneten und die Mitglieder des Kreistages. Einer der ersten Leser war Bernd Schubert, CDU-Landtagsabgeordneter aus Ducherow, der sich beharrlich dafür eingesetzt hatte, dass Anklam seine Kinderstation behält. Die Lektüre haute ihn fast vom Hocker. Dass man in Wolgast nicht darüber jubeln würde, dass man die dortige Gynäkologie nach Anklam abgeben soll, damit hatte er gerechnet. Aber aus diesem Schreiben spricht seiner Meinung nach nicht das Ringen um eine bessere Lösung, sondern der blanke Hass. Dr. Radloff-Abeler beschreibt in seinem Brief, wie er Anklam und das hiesige Klinikum bei einem „Vorort-Termin“ erlebte: „Eine abweisende Stadt ruinösen Charakters“, fasst er zusammen, in die „kein Fremder freiwillig“ seinen Fuß setzen würde.

Einziger Trumpf Anklams seien die Gebrüder Lilienthal. Aber die hätten „vornehmlich Bruchlandungen hingelegt, das heißt, sie sind nach kurzem Höhenflug auf dem harten Boden der Realität aufgeschlagen“. Und so böse geht es weiter: „Bruder Otto hat das Abenteuer sogar mit seinem Leben bezahlen müssen, ein Schicksal, das wir den Kollegen des neu zu etablierenden Teams in Anklam gerne ersparen möchten“. Ein Arzt, ein Chefarzt gar, der düstere Todesahnungen mit dem Anklamer Klinikum verknüpft: Das ist echt ein Tiefschlag.

Lauter Tiefschläge gegen Anklam

Aber so geht es munter weiter, denn danach nimmt sich der Wolgaster Doktor das Ameos-Klinikum vor: „Antiquiert“, „eher ein großes Einfamilienhaus“, „DDR-Anmutung..., fehlt nur noch der Kohleofen.“ „Insgesamt eine morbide Atmosphäre“, so fasst es der Mann, der sich selbst „Rheinländer“ nennt, zusammen.

In Wolgast dagegen sei alles „hell und schön“, „sonnendurchflutet“, „bestens eingerichtet“. In Anklam dagegen sei man „auch personell nicht gut aufgestellt“ – der nächste Tiefschlag. Der Rest des Schreibens ist weiteres Gemäkel an Einzelheiten der Ausstattung im Ameos-Klinikum und die Bitte an die Ministerin, jetzt doch ihre Entscheidung zu überdenken.

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Kommentare (2)

Aus Anklamer Sicht hat das Wolgaster Krankenhaus eigentlich nur einen Nachteil. Es ist in Wolgast. Und damit öffentlich vermutlich nicht sinnvoll erreichbar.

Wenn man beide Gebäude betrachtet ist Wolgast moderner und weitläufiger. Der innenarchitektonische Zwischenweltkriegscharme in Anklam wurde durch einige Massnahmen übertüncht. Hat widerrum nicht so arg lastig einen ästhetisch sterilen Klinikcharakter.