Kommt auch großes Werk?:

Continental: Löwenzahn-Labor kostet 35 Millionen

35 Millionen Euro Investitionen, eine Technologie, die faszinierend klingt: Der Weltkonzern Continental will in Anklam ein Forschungslabor einrichten, das die Nutzung von russischem Löwenzahn zur Gummi-Herstellung perfektionieren soll. Dabei sind einige Fragen aber noch offen.

Löwenzahn-Kautschuk in Anklam? Klingt lustig, ist aber ein ernstes Millionen-Projekt. Wirtschaftsförderer Jan Poleske, Bürgermeister Michael Galander, Continental-Chef Burkhardt Köller und Wirtschaftsminister Harry Glawe freut's
C. Schönebeck Löwenzahn-Kautschuk in Anklam? Klingt lustig, ist aber ein ernstes Millionen-Projekt. Wirtschaftsförderer Jan Poleske, Bürgermeister Michael Galander, Continental-Chef Burkhardt Köller und Wirtschaftsminister Harry Glawe freut's

In Anklam sollen über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren rund 35 Millionen Euro in das Projekt investiert werden. Rund ein Drittel davon könnte nach Aussagen von Harry Glawe aus Fördermitteln finanziert werden. Continental bestärkte die Absicht, bei einem erfolgreichen Verlauf des Projekts auch ein enstprechendes Kautschuk-Werk in der Region anzusiedeln. Einen Zeitplan dafür wollte man aber nicht nennen.

Kommt das Produktionswerk?

Denn es ist längst nicht klar, ob aus dem ersten Engagement der Firma am Ende auch ein Produktionswerk entstehen wird, dass viele neue Arbeitsplätze schafft. Immerhin, die ersten Jahre Forschung und Entwicklung haben den Konzern, der vor allem für die Produktion von Reifen bekannt ist, bestätigt.

Wo genau entsteht das Labor?

Im "Taraxagum Lab Anklam" soll erforscht und getestet werden, wie die Kautschuk-Produktion mit Löwenzahn funktionieren könnte. Ein Stab von rund 20 Mitarbeitern soll das leisten. Wo genau, das ist ebenfalls noch offen. Bislang hat das Unternehmen nur eine postalische Adresse in Anklam, die Gewerbeanmeldung wurde am Freitag feierlich unterzeichnet. Für das Labor sucht man aber noch nach einer geeigneten Immobilie.

Warum die Wahl des Labor-Standortes ausgerechnet auf Anklam fiel, dürfte in der Stadt jedenfalls Hoffnung machen. "Natürlich hätte man das Labor auch am Konzernsitz in Hannover einrichten können", so Dr. Andreas Topp, Vizepräsident der Entwicklungsabteilung im Unternehmen. Aber man wollte, dass die Vorarbeit dort geleistet wird, wo man auch die örtlichen Bedingungen für die Massenproduktion vorfindet. Soll wohl heißen: Wenn es gelingt, dann ist Anklam auch als Werks-Standort gesetzt.

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