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Continental will in Anklam an Löwenzahn forschen

Der DAX-Konzern Continental will für 35 Millionen Euro in ein neues Forschungszentrum in Anklam investieren. Dort soll weiter daran geforscht werden, wie man aus Löwenzahn Kautschuk ("Taraxagum") für die Reifenherstellung gewinnen kann.  

Burhardt Köller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Continental Reifen Deutschland GmbH, zeigt einen Auto-Reifen, in dem "Taraxa Gum", Naturkauschuk aus Löwenzahn, verarbeitet wurde.
Stefan Sauer Burhardt Köller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Continental Reifen Deutschland GmbH, zeigt einen Auto-Reifen, in dem "Taraxa Gum", Naturkauschuk aus Löwenzahn, verarbeitet wurde.

Lange wurde gerätselt, was da auf Anklam zukommt, jetzt ist es bekannt geworden: Der Reifenhersteller Continental will nach Nordkurier-Informationen etwa 35 Millionen Euro in ein neues Labor in Anklam investieren. Dort sollen der Anbau und die Aufarbeitung von Naturkautschuk aus russischem Löwenzahn erforscht werden.

Zunächst sollen demnach in Anklam eine Labor- bzw. Testanlage zur Gewinnung von Naturkautschuk errichtet werden, die Aufbereitungsprozesse erforscht und ausgedehnte Anbauflächen etabliert werden. Mittelfristig soll in Anklam dann sogar ein Produktionswerk für Naturkautschuk entstehen und großflächig die Kultivierung von Löwenzahn erfolgen. Der Kautschuk soll unter anderem in der Serienproduktion von Reifen eingesetzt werden. Der benötigte Löwenzahn könnte aus der Region selbst kommen - in Vorpommern gibt es geeignete Anbaubedingungen und reichlich Fläche.

Continental forscht bereits an "Taraxagum"

Continental hatte mit der Entwicklung von "Taraxagum" vor rund fünf Jahren in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut und weiteren Akteuren begonnen. Dabei wurde die Sorte Russischer Löwenzahn so weitergezüchtet, dass ein dem klassischen Kautschukbaum aus den Tropen vergleichbar hoher Ertrag möglich wird. In ersten Versuchen hat Continental bereits Pkw-Winterreifen sowie Motorlager aus diesem Kautschuk hergestellt. Da die Pflanze auch in Nord- und Westeuropa angebaut werden kann, können lange Transportwege zu den europäischen Produktionswerken deutlich reduziert werden.

Der Konzern erzielte 2015 einen Umsatz von insgesamt 39,2 Milliarden Euro und beschäftigt aktuell rund 215.000 Mitarbeiter in 55 Ländern.