Konzert in Nürnberg:

CSU will Auftritt von Feine Sahne Fischfilet verhindern

Die umstrittene Band Feine Sahne Fischfilet sorgte vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit ihren Auftritten für Aufregung. In Bayern möchte ein CSU-Politiker nun ein Konzert verhindern. Die Band reagierte darauf mit einer wirklich außergewöhnlichen Aktion.

Ob Feine Sahne Fischfilet in Nürnberg auftreten wird? Ein CSU-Politiker möchte das Konzert auf jeden Fall verhindern.
ZVG / Archiv Ob Feine Sahne Fischfilet in Nürnberg auftreten wird? Ein CSU-Politiker möchte das Konzert auf jeden Fall verhindern.

Vor wenigen Wochen sorgten Feine Sahne Fischfilet gemeinsam mit dem Rapper Marteria und Tote-Hosen-Sänger Campino für Stimmung vor dem Anklamer Bahnhof. Kurz vor den Landtagswahlen wollten die Musiker damit ein Zeichen gegen Rechts setzen. Ende November geht die Band auf Deutschland-Tour. Am 2. Dezember wollen Feine Sahne Fischfilet ein Konzert in Nürnberg geben.

Der CSU-Politiker Alexander Christ will den Auftritt der Band verhindern, wie die Nürnberger Ausgabe der Bildzeitung berichtete. Christ bezieht sich unter anderem auf das Lied "Staatsgewalt" der Band, in dem es heißt: "Die Bullenhelme – sie sollen fliegen. Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein. Und danach schicken wir euch nach Bayern, denn die Ostsee soll frei von Bullen sein."

"Linksextreme, gewaltverherrlichende Texte"

Christ sagte gegenüber der Zeitung, dass die Band "wegen linksextremer, gewaltverherrlichender Texte seit Jahren von den Behörden beobachtet" wird.

"Wir lassen uns von diesen Sachen nicht mehr heiß machen", sagte Sänger Monchi gegenüber dem Nordkurier. Er werde sich von seinen Texten nicht distanzieren – sagte aber auch, dass man die Band nicht auf ihre politischen Texte reduzieren solle.

Auf ihrer Facebook-Seite boten Feine Sahne Fischfilet Gästelistenplätze für das sonst ausverkaufte Konzert an – für Kinder von CSU-Mitgliedern. Das kam an: Bereits nach kurzer Zeit waren alle Plätze weg – mehrere Dutzend Jugendliche haben tatsächlich ein entsprechendes Foto an die Band geschickt, berichtete Sänger Monchi.

 

+++ Update 15.39 Uhr: Die CSU-Stadtratsfraktion reichte einen Antrag beim Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) ein, um prüfen zu lassen, wie der Auftritt verhindert werden kann. Allerdings vergeblich. "Wir werden den Auftritt nicht verbieten", sagte Christine Schüssler, Leiterin des Bürgermeisteramtes. Zum einen sei die Stadt nicht alleinige Eigentümerin des Veranstaltungsortes, die Leitung unterliege einer GmbH. "Und selbst wenn uns das Gebäude gehören würde: So lange es nicht um eine verbotene Organisation handelt, haben wir keine Handhabe dafür, das Konzert abzuagen."

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