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Das abrupte Ende einer Kanu-Tour

Aus Spaß kann ganz schnell Ernst werden. Diese Lektion haben drei Schülerinnen auf der Peene gelernt.

Jacqueline, Dina und Nigina (von links) fischten zwei ihrer Mitschülerinnen aus dem Wasser.
Lutz Reuter Jacqueline, Dina und Nigina (von links) fischten zwei ihrer Mitschülerinnen aus dem Wasser.

Diesen Ausflug werden sie so schnell nicht vergessen. Drei Schülerinnen aus Kassel haben jetzt unfreiwillig zu spüren bekommen, dass das Wasser der Peene noch ziemlich kalt ist. Von der Anklamer Kanu-Station aus waren sie zu einer Tour aufgebrochen. Doch schon wenige Hundert Meter vom Ausgangspunkt entfernt nahm der Ausflug für Nicole, Ayse und Liana ein jähes Ende. Als ihr Lehrer nicht mehr zu sehen war, fingen die Neuntklässlerinnen an, in ihrem Kanu umherzualbern. Immer mehr fing ihr Boot dabei an zu schaukeln.

Dann geschah, was geschehen musste. Das Kanu kippte um und die drei Schülerinnen fielen ins Wasser. Im ersten Moment brach Panik aus. „Ayse und Liana haben angefangen zu weinen, weil sie nicht schwimmen können“, so Nicole. Als sie aber merkten, dass ihre Schwimmwesten halten, was ihre Bezeichnung verspricht, beruhigten sich die Mädchen wieder. Rettung war zu diesem Zeitpunkt auch schon unterwegs. Ihre Mitschülerinnen Nigina, Dina und Jacqueline eilten den drei Gekenterten zur Hilfe. „Erst haben wir nur gelacht, weil wir dachten, dass sie nur Spaß machen. Aber dann haben wir ihre Hilferufe gehört“, so Nigina. Zwei der drei Mädchen fischten sie nacheinander aus dem Wasser und brachten sie zurück zum Ufer. In der Zwischenzeit bekam auch ein Mitarbeiter der Kanu-Station mit, dass ein Kanu gekentert war. „Ein Bahnmitarbeiter hat mir per Lautsprecher von der Eisenbahnbrücke aus signalisiert, dass ein Boot umgekippt ist“, so der Mann. Mit einem kleinen Motorboot machte er sich darauf hin auf den Weg, um die dritte Schülerin zu bergen. Nachdem alles vorbei war, sagte der Mitarbeiter gelassen: „Das passiert eigentlich bei jeder zweiten Schulklasse.“ Doch sonst seien es eher die Jungen, die ins Wasser fallen. „Jungen in dem Alter machen gerne mal Ritterspiele, wenn sie auf dem Wasser sind.“ Kaum hatte er diesen Satz beendet, legten drei Schüler am Steg an, die klitschnass aus ihrem Kanu stiegen. „Die sind eben gerade mit ihrem Kanu umgekippt“, berichtete ihr Lehrer Heinz Helge Fach mit einem Lächeln. Die Jugendlichen gehören zu einer Gruppe von insgesamt 110 Neuntklässlern aus Kassel.