Tumultartige Szenen:

Demonstration in Greifswald eskaliert

Es wurde gebrüllt, gerannt, geworfen. Flaschen und Blumentöpfe flogen durch die Luft. Eine unangemeldete Demonstration von Nazis und Nazi-Gegnern eskalierte.

Dem Aufruf zur unangemeldet Demonstration folgten am Abend rund 100 Teilnehmer. Ähnlich groß war die Gegendemonstration verschiedener antifaschistischer Gruppen.
Gabriel Kords Dem Aufruf zur unangemeldet Demonstration folgten am Abend rund 100 Teilnehmer. Ähnlich groß war die Gegendemonstration verschiedener antifaschistischer Gruppen.

In der Kreisstadt ist am Montagabend eine Kundgebung von Rechtsextremen und eine Gegendemonstration eskaliert. Am Ende standen sich jeweils rund 100 Rechtsextreme und Gegendemonstranten in der Fußgängerzone gegenüber, es flogen Glasflaschen und Blumenkübel. Die Rechtsextremen hatten den ganzen Tag über für die Veranstaltung auf dem Marktplatz mobilisiert und dabei ausdrücklich darauf hingewiesen, es handle sich um „unangemeldeten Protest“. Als sich gegen 19  Uhr dann tatsächlich rund 100 Rechtsextreme und ihre Sympathisanten auf dem Platz versammelten, bildete sich rasch eine Gegenkundgebung heraus.

Die Polizei, die zunächst nur mit wenigen Beamten vor Ort war, hatte Mühe, die Gruppen, die sich lautstark anpöbelten, auseinanderzuhalten. Weil sowohl die rechtsextreme Gruppe als auch die Gegendemonstranten anschließend in der Innenstadt umherliefen, bildeten sich mitunter tumultartige Szenen. Teilweise behinderten beide Gruppierungen auch den Verkehr auf der Europakreuzung. Wer letztlich Glasflaschen und Blumenkübel warf, ließ sich nicht feststellen. Die Teilnehmer bezichtigten sich Gegenseitig, für die Eskalation verantwortlich zu sein.

Die Polizei beorderte derweil hastig Verstärkungskräfte in die Kreisstadt, darunter auch die Bundespolizei. Die trafen allerdings erst ein, als sich die Veranstaltungen bereits zerstreuten. Während Teilnehmer berichteten, anfangs seien nur drei Polizisten zu sehen gewesen, beteuerte der Einsatzleiter, von Anfang an seien rund zehn Polizeikräfte vor Ort gewesen. Dem besonnenen Handeln der Polizei sei es zu verdanken, dass die beiden Gruppierungen nicht aufeinander losgegangen seien. Es sei lediglich zu „kleineren Scharmützeln“ gekommen.

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