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Der Anklamer Flugplatz füllt sich mit Trabis

Leise knattert es schon am Flugplatz. Am Wochenende sind die ersten Besucher des Trabitreffens eingetroffen, und täglich werden es mehr. Am Mittwoch geht’s los.

Reinhard und Marina Tröstler besitzen die komplette Campingausrüstung, die es zu DDR-Zeiten gab. Nur die Farbe ist nicht original.
Simon Voigt Reinhard und Marina Tröstler besitzen die komplette Campingausrüstung, die es zu DDR-Zeiten gab. Nur die Farbe ist nicht original.

Dieser ganz spezielle Geruch liegt bereits in der Luft und er lässt einen schon so langsam erahnen, was hier bald los sein wird. Es riecht nach Zweitaktgemisch, das entsteht, wenn Benzin und Öl zusammenkommen, um die kleinen Motoren der Trabis anzutreiben. Ab Mittwoch werden sie auf dem Anklamer Flugplatz zu Hunderten erwartet, wenn das 21. Internationale Trabi-Treffen beginnt.

Ein Mann mit Hut drehte seine Runden auf einer absurd tiefergelegten Schwalbe, ein Pärchen war mit Mifa-Klapprädern unterwegs, um das Flugplatzgelände zu erkunden. Am Montag sind sie angekommen. Auch die zweijährige Lotta war schon da. Ihre Eltern haben sie hier abgesetzt, die kommen erst später nach. Nun passen die Großeltern und die Tante auf die Kleine auf. Sie gehören zu dem Club „Nordlichter Rügen“ und kommen schon seit über zehn Jahren. „Wir sind am Sonnabend angereist, und es lohnt sich, so früh hier zu sein“, erzählte Opa Andreas Riebitzki. Die „Nordlichter“ helfen dann noch beim Aufbau mit und haben auch Zeit, um einen Abstecher nach Polen zu machen. Für sie bedeutet das Treffen immer auch Urlaub und Erholung.

Urlaub ist auch, wenn die Bierflasche schon zum Frühstück auf dem Tisch steht. Vor vielen Zelten auf dem Gelände sieht das so aus. Marina Tröstler machte es sich da lieber auf ihrer Liege bequem und las ein Buch. Seit 2008 waren sie und ihr Mann bei jedem Treffen dabei. Immer am selben Platz, denn dort sind sie mit ihren Nachbarn inzwischen gut befreundet. „Man muss hier schon mindestens eine Woche bleiben, sonst lohnt sich der ganze Aufwand nicht“, sagte ihr Mann Reinhard. Damit meinte er ihre Campingausrüstung, die nur einmal im Jahr für dieses Treffen ausgepackt wird. Es ist die komplette Ausstattung, die es in der DDR zu kaufen gab – mit Geschirr, Zelt, Tischdecken, Bollerwagen, Kochplatte und Kaffeemaschine. Alles steckt in einem „Dübener Ei“, diesem legendären windschnittigen Wohnwagen, den sie mit ihrem lilafarbenen Trabi von Biesenthal in Brandenburg bis nach Anklam gezogen haben. „Die Leute standen an der Straße und staunten, als sie uns sahen“, sagte Reinhard Tröstler. Und zum Bestaunen wird es beim Trabi-Treffen ab Mittwoch bestimmt noch so einiges mehr geben.