Rettung für langjähriges Ensemble:

Der Knabenchor soll bleiben

Da haben sich die Sparfüchse vom Anklamer Finanzausschuss dann doch aufs Geldausgeben verlegt. Der Knabenchor soll bleiben. Warum? Linken-Politikerin Monika Zeretzke hatte einen interessanten Vergleich parat.

Der Anklamer Knabenchor wird nun wohl doch bestehen bleiben. Bei der langjährigen Geschichte – immerhin existiert der Chor seit 1972 – ist das eine gute Entscheidung für die Hansestadt.
Archiv Der Anklamer Knabenchor wird nun wohl doch bestehen bleiben. Bei der langjährigen Geschichte – immerhin existiert der Chor seit 1972 – ist das eine gute Entscheidung für die Hansestadt.

Mancher im Anklamer Finanzausschuss sieht sich selbst als Sparkommissar, doch wenn man unter dem Strich schaut, was am Montagabend bei der Sitzung des Gremiums herauskam, kann man froh sein für die Stadt. Was den Knabenchor anbelangt, war sich das Gremium nahezu einig: Das Ensemble, das immerhin seit 1972 besteht, soll erhalten bleiben. Lediglich Sigrun Reese (FDP) wollte den jährlichen Zuschuss von derzeit 21 900 Euro um 4000 Euro kürzen.

Doch da ging Theaterintendant Wolfgang Bordel von der Vorpommerschen Landesbühne, unter deren Hut der Knabenchor singt, nicht mit. „Wir sind an der Grenze des Zumutbaren, und wenn ich dem zustimme, müsste ich meine Mitarbeiter noch stärker ausbeuten“, sagte Bordel.

Der Knabenchor sei ein langfristiges Projekt, das weitergeführt werden müsse, sagte Steffen Göritz (CDU). Und Monika Zeretzke brachte gar Hansa Rostock ins Spiel. Da leiste sich eine hoch verschuldete Stadt mit viel Geld eine grottenschlechte Kicker-Truppe. Und da solle Anklam auf den Knabenchor verzichten? Nicht mit Zeretzke! Und mit der Linken stimmten weitere drei Ausschussmitglieder für den Erhalt des Knabenchors, zwei weitere enthielten sich.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!