70.000 Euro Schaden:

Die Biber fluten das Anklamer Land!

Der Wasser- und Bodenverband „Untere Peene“ schlägt Alarm: Die Kosten durch Biber haben sich in kürzester Zeit fast verdoppelt. Um Anklam vor dem Ertrinken zu schützen, machen sich die Mitarbeiter des Verbandes täglich strafbar.

Ein Staubauwerk eines Bibers in der Nähe von Ducherow.
Jens Uhthoff Ein Staubauwerk eines Bibers in der Nähe von Ducherow.

Im Jahr 2015 hat der Wasser- und Bodenverband (WBV) „Untere Peene“ an 109 Orten im Anklamer Land über 400 Einsätze aufgrund von Bibertätigkeit durchführen müssen. Die Kosten für diese Einsätze lagen laut Jens Uhthoff, dem stellvertretenden Geschäftsführer des WBV, bei 68 000 Euro – ein Anstieg um fast 80 Prozent gegenüber den 38 000 Euro des Vorjahres.

Doch die Kosten sind nicht das größte Problem für die Mitarbeiter des WBV. Der Biber ist nach der sogenannten Flora-und-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt. Dieser Richtlinie zufolge genießen sowohl der Biber selbst als auch seine Bauten einen besonderen Schutz auch außerhalb ausgewiesener Schutzgebiete.

Überschwemmungen drohen

Doch wenn die Wohnhöhlen des Bibers in Hochwasserschutzdeichen angelegt werden, kann dies zu Deichbrüchen und Überschwemmungen führen. Da ein Großteil des Anklamer Landes, darunter etwa ein Drittel der Fläche der Stadt Anklam, unter oder auf dem Pegel der Peene liegt, ist das Risiko von gefluteten Kellern oder gar großflächigen Verwüstungen groß.

„Wir müssen uns täglich strafbar machen, um dies zu verhindern, indem wir Biberbauten beseitigen“, erklärt Uhthoff das Problem.

Der WBV „Untere Peene“ ist für 1150 Kilometer Gewässer und 26 Kilometer Deich auf einer Fläche von 80 000 Hektar zuständig. Um dieses Gebiet trocken zu halten, betreibt der WBV 16 Schöpfwerke. Das Gebiet des WBV erstreckt sich vom Haff-Peenestrom im Osten bis kurz vor die A20 im Westen. Der südlichste Punkt ist der Putzarer See und der nördlichste die Kreuzung der Bundesstraßen 111 und 109.

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