Bitte lächeln:

Die Mission des Foto-Ministers Pegel

Neue Verkehrstafeln sollen auf B109 und B111 in Vorpommern die berüchtigten Urlauber-Staus vermeiden. Zur Einweihung kam sogar Verkehrminister Christian Pegel (SPD) zu Besuch - doch jetzt stellt sich heraus: Die Tafeln funktionieren noch gar nicht.

Bislang zeigten die Info-Tafeln erst einmal einen Verkehrshinweis an: Als der Minister Ende Mai zur Einweihung vorbeikam. Danach wurden sie wieder abgeschaltet.
Stefan Sauer / Archiv Bislang zeigten die Info-Tafeln erst einmal einen Verkehrshinweis an: Als der Minister Ende Mai zur Einweihung vorbeikam. Danach wurden sie wieder abgeschaltet.

Die Tafel bleibt dunkel: Wer in den vergangenen Wochen auf das Stau-Warnsystem für die Insel Usedom gesetzt hat, wurde enttäuscht. Ein Pilot-Projekt des Landes soll die Verkehrsdichte auf Insel und Festland messen. Monatelang hatte man zuletzt auf die speziell angefertigten Anzeigetafeln gewartet, die Autofahrer an den Bundesstraßen 109 und 111 warnen und gleichzeitig alternative Routen aufzeigen sollen.

Die Tafeln stehen inzwischen. Nur helfen sie nicht. Denn der Presse-Termin mit Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) war offenbar wirklich nur für Pressezwecke. Kurzzeitig zeigten die Tafeln am Abzweig Moeckow Berg sogar, was sie können. Sieht auf dem Foto ja auch viel besser aus. Dann wurden sie wieder abgeschaltet.

Sind die teuren Tafeln etwa schon kaputt? Nein! Herrn Pegels Presse-Stab kann das alles erklären. Dass die Anzeigetafeln jetzt schon funktionieren, sei nie geplant gewesen. Beim Besuch des Ministers Ende Mai sei es nur darum gegangen, die Bürger vorzeitig zu informieren. „Es sind ja schon auffällige Konstruktionen“, sagt Juliane Schultz, Mitarbeiterin der ministerialen Pressestelle. Und bevor sich also jemand wundert, warum da abgeschaltete Tafeln an der Straße stehen, kommt der Minister schon mal vorbei und lächelt in die Kameras.

Währenddessen tüfteln Mitarbeiter des Landes noch an der eigentlichen Technik. Spezielle Empfänger sollen Bluetooth-Signale zum Beispiel von Handys erfassen. Aus den Daten über Zahl und Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos sollen – möglichst automatisch – Annahmen über die Verkehrsdichte errechnet werden.

Diese Berechnungen werden derzeit noch optimiert. Frühestens Ende des Monats sollen die Tafeln in Betrieb genommen werden. Ob der Minister dann noch mal kommt, um aufs Knöpfchen zu drücken? „Bisher gibt es da noch keine Planung“, so Juliane Schultz.

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