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Die „Tante Ju“ ist zurück auf der Insel Usedom

Vorpommern.Wenn Insulaner in den nächsten Tagen ein nicht enden wollendes tiefes Knattern vernehmen, sollten sie nicht zu verblüfft in den Himmel schauen: ...

Die historische Junkers-Ju-52 der Deutschen Lufthansa Stiftung ist seit gestern auf der Insel zu Gast, zur Ausbildung neuer Piloten.[KT_CREDIT] FOTO: ZVG

Vorpommern.Wenn Insulaner in den nächsten Tagen ein nicht enden wollendes tiefes Knattern vernehmen, sollten sie nicht zu verblüfft in den Himmel schauen: Denn die „Tante Ju“ ist auf der Insel gelandet.Noch bis 14. April können Luftfahrt-Liebhaber das historische Schätzchen Junkers Ju 52 auf dem Insel-Flughafen bestaunen, denn seit gestern findet erstmalig das jährliche Trainingslager der Ju52-Piloten auf der Insel statt. Dabei werden neue, aber auch bewährte Piloten auf der Ju 52 ihr sogenanntes „Typerating“ für die Maschine erlangen oder auffrischen.
Der Andrang ist enorm: Da es deutlich mehr Bewerber als freie Pilotenplätze gibt, beträgt die Wartezeit einige Jahre, wenn es überhaupt klappt. Kein Wunder, immerhin fliegen weltweit von mehr als 4800 gebauten Maschinen nur noch neun.Flugkapitän Uwe Hannes, musste selbst lange warten, bis er die Maschine endlich fliegen durfte – mehr als zehn Jahre. Dafür braucht man Erfahrungen: Ein Ju-Pilot muss sich im Sichtflug im unteren Luftraum, also deutlich unterhalb der üblichen Flughöhe von Airlinern, auskennen. Selbst erfahrene Piloten schaffen es nicht ohne Training, zumal die Oldies rein manuell gesteuert werden. Autopiloten gibt es nicht. Lediglich die Navigation wird durch moderne GPS-Technik unterstützt.
Bei den Flügen während des Pilotentrainings dürfen zwar keine Passagiere mit an Bord, die kommen ab dem 22. Juni auf ihre Kosten, wenn die Ju erneut auf die Insel kommt und Rundflüge anbietet.ih