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Dieser Zimmermann ist auf sich allein gestellt – aber ihm gefällt’s

VonUlrike RosenstädtAltes bewahren und Neues schaffen, das hat sichein Zimmermann jetztauf seine erste eigene Firmenfahne geschrieben – gedanklich versteht ...

Geht jetzt allein auf Tour: Der Trantower Dietmar Blohm will mit seinem Handwerk Altes bewahren und in neuem Glanz erscheinen lassen. [KT_CREDIT] FOTO: Ulrike Rosenstädt

VonUlrike Rosenstädt

Altes bewahren und Neues schaffen, das hat sich
ein Zimmermann jetzt
auf seine erste eigene Firmenfahne geschrieben – gedanklich versteht sich. Aber natürlich will er auch wirklich anpacken und das so schnell wie nur möglich.

Trantow.Den Sprung in die Selbstständigkeit hat jetzt der Trantower Dietmar Blohm gewagt – mit immer hin auch schon 46 Jahren. Die sieht man ihm natürlich nicht an und überhaupt wirkt der gebürtige Vorpommer voller Tatendrang: „Es wird Zeit, dass der Winter nun endlich zu Ende geht. Wir vom Bau scharren schon mit den Hufen“, sagt Dietmar Blohm. Noch ist es zu kalt und vor allem zu vereist, um beispielsweise auf dem Dach Balken auszuwechseln. Doch, wie es für einen Existenzgründer gar nicht anders sein kann, ist er sehr optimistisch, dass mit dem Start seiner Firma am 1. April sich der hartnäckige Winter nun auch verabschiedet hat und er loslegen kann. Seinen ersten Auftrag hat er in der Tasche: Die Zimmermannsarbeiten auf einer Hausbaustelle zwischen Eldena und Kemnitz bei Greifswald.
Wie kann ein Zimmermann allein die Arbeiten bewerkstelligen, die sich der Laie doch sehr schwer vorstellt: „Mein Bruder hat auch eine Firma im Baugewerbe und wir werden Hand in Hand arbeiten“, sagt Dietmar Blohm. Einen Mitarbeiter einzustellen, daran sei in der Phase der Existenzgründung nicht zu denken. „Jeder Schritt will gut überlegt sein“, weiß der Zimmermann. Er denkt dabei auch an die vielen wertvollen Ratschläge, die er bei den Existenzgründerseminaren der Handwerkskammer“ erhalten hat. „Da gab’s wirklich viele wertvolle Tipps, die ich schon in der jetzigen Phase gut gebrauchen kann und sicher auch noch lange beherzigen werde“, ist der Zimmermann froh über diese Weiterbildung.
Was hat ihn eigentlich zu diesem Schritt in die Selbstständigkeit bewogen? „Ich wollte noch mal etwas anders machen. Nun war es an der Zeit, die Idee, sich beruflich allein zu behaupten, in die Tat umzusetzen. Moralische Unterstützung erhält er dabei von seiner Familie. „Die steht voll hinter mir und das ist natürlich sehr gut zu wissen. Das beruhigt mich“, sagt Dietmar Blohm. Denn natürlich schwingt vor dem
Firmenstart auch etwas Aufregung mit: „Einige schlaflose Nächte habe ich schon hinter mir.“
Doch die Freude überwiegt. Die Freude auf das Arbeiten mit der ganzen Spannbreite, die die Zimmerei zu bieten hat. „Wert-
erhaltung gerade bei der Sanierung alter Gebäude liegt mir sehr am Herzen und deshalb möchte ich sie auch zu einem wichtigen Standbein ausbauen“, sagt Dietmar Blohm.