Suizid-Versuch:

Drei Verletzte bei versuchter Abschiebung

Bevor sie und ihre Familie abgeschoben werden sollten, hat sich eine Asylbewerberin in Anklam die Pulsadern aufgeschnitten. Bei dem Vorfall wurden auch eine Polizistin und ein Mitarbeiter des Landkreises verletzt.

Der Vorfall ereignete sich in einer dezentralen Asylbewerber-Wohneinheit in der Rigaer Straße in Anklam.
Gabriel Kords / Archiv Der Vorfall ereignete sich in einer dezentralen Asylbewerber-Wohneinheit in der Rigaer Straße in Anklam.

Der Vorfall ereignete sich am Mittwochmorgen in Anklam: Die Polizei wollte gegen 7:20 Uhr eine siebenköpfige Asylbewerber-Familie in ihrer Unterkunft in der Rigaer Straße abholen und zum Grenzübergang Pomellen bringen.

Nach Polizeiangaben schnitt sich die 36-jährige Mutter während der "Vorbereitungsmaßnahmen" zur Abschiebung mithilfe eines zerbrochenen Glases die Pulsadern auf. Als eine Polizeibeamtin und ein Mitarbeiter der Ausländerbehörde dies bemerkt hätten und eingeschritten seien, seien beide durch Schnitte verletzt worden, heißt es im Polizeibericht.

Die ebenfalls verletzte Asylbewerberin wurde zunächst in die Notaufanhme des Anklamer Klinikums gebracht und dort versorgt. Anschließend wurde sie wegen ihrer Suizidabsichten in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Zudem wird gegen sie nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Weiterhin hieß es, die Abschiebung der Familie sei durch die Ausländerbehörde ausgesetzt worden. Der 37-jährige Familienvater und seine Kinder verblieben somit in ihrer Unterkunft in Anklam.

Die Polizei war mit insgesamt sechs Beamten vor Ort, außerdem waren zwei Rettungswagen im Einsatz. Während des Einsatzes versammelten sich nach Polizeiangaben mehrere weitere Asylbewerber vor dem Hauseingang. Es sei dabei allerdings zu keinen Störungen gekommen.

Kommentare (2)

In meiner dienstlichen Zeit,wurden Asylanten,die sich der Abschiebung widersetzten sofort nach einem richterlichem Beschluss in Abschiebehaft genommen,damit die abzuschiebenden nicht noch Untertauchen konnten . Warum ist das in diesem Fall nicht geschehen.

Das zählt meiner Meinung nach nicht zu einer humanen Behandlung. Gerade wenn eine Mutter angesichts der bevorstehenden Abschiebung so verzweifelt ist, dass sie sich versucht umzubringen, sollte man die Abschiebung überprüfen und bestenfalls aussetzen. In der verzweifelten Situation der Familie würde eine Abschiebehaft möglicherweise alles verschlimmern. Daher ist es gut, dass die Ausländerbehörde hier deeskalierend gewirkt hat.