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Ein Bahnhof voller Swing und Jazz

VonSandra GrüningDrei Ladies haben den Heringsdorfer Bahnhof mit ihren Stimmen und jeder Menge großartigem Swing verzaubert. Das Konzertder Jazz-Legenden ...

Bei den drei Legenden swingt der ganze Heringsdorfer Bahnhof wie verrückt mit: Uschi Brüning (von links), Ruth Hohmann und Jacqueline Boulanger. [KT_CREDIT] FOTOs: Sandra Grüning

VonSandra Grüning

Drei Ladies haben den Heringsdorfer Bahnhof mit ihren Stimmen und jeder Menge großartigem Swing verzaubert. Das Konzert
der Jazz-Legenden Ruth Hohmann, Uschi Brüning und Jacqueline Boulanger war das Highlight
des 16. Jazz auf dem Heringsdorfer Bahnhof.

Heringsdorf.Auch mit 82 Jahren geht ihre Stimme noch immer unter die Haut. Egal ob zu „Send in the clowns“ oder zu kernigem Modern-Jazz, den sie ganz tief aus ihrem Bauch herauszuholen scheint: Die Grande Dame des deutschen Jazz, Ruth Hohmann, schafft es, dass kein Zuschauer von ihrem Charme unberührt bleibt. „Eigentlich gebe ich keine Interviews mehr seit ich 80 bin. Aber heute mache ich mal eine Ausnahme“, zwinkert sie. Seit fast 50 Jahren steht sie auf der Bühne, hat längst Jazz-Geschichte geschrieben und trotzdem noch vor jedem Auftritt Lampenfieber. Ein Rezept gibt es dagegen nicht, sagt sie: „Aber lieber aufgeregt, als zu Hause rumsitzen und die Wohnung putzen.“ Vor fünf Jahren sei sie schon in Heringsdorf aufgetreten und als sie gefragt wurde, ob sie wieder komme, hat sie sofort zugesagt: „Aber nur mit Uschi Brüning und Jacqueline Boulanger.“
Die drei Jazz-Ladies waren das Highlight des 16. Jazz auf dem Heringsdorfer Bahnhof. „Die sind einfach der Hammer“, sagt Martina Kreßmann. „Vor allem die Hohmann ist großartig“, ergänzt Ulrike Lischke. Auch die Jazz-Königin der 70er- und 80er- Jahre in der DDR, Uschi Brüning, versteht es, das Publikum zu swingen, zu rocken und zu begeistern. Genauso wie die jüngste im Soul-Diven-Bunde, Jacqueline Boulanger. Die Wahl-Rostockerin liebt Usedom und den bahnhofseigenen selbst gemachten Kräuterschnaps. Legt sie mit ihrer voluminösen Stimme erstmal richtig los, wippt selbst der Unmusikalischste mit.
Seit am Nachmittag der traditionelle Jazz-Zug im Bahnhof eingetroffen war, an Board der Saxofonist Jan Carlsen, gab es Dixieland und Jazz vom Feinsten. Die Rostocker Big Band „Blue Train“ und die Stettiner „Swing Lovers“ sorgten für Stimmung bei 400 Jazzliebhabern. Als gegen Mitternacht alle Musiker zu einer gemeinsamen Session zusammenkamen, zeigte sich so manches
Zuschauer-Paar von seiner tänzerischen Seite. „Wie gut, dass ich mir das nicht hab’ entgehen lassen“, schwärmt Martina Kreßmann.

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