Karneval in Ducherow:

Ein ganzes Dorf dreht am Gartenzaun durch

Der KKDu mischt Ducherow auf – in der fünften Jahreszeit haben auch hier die Narren das Sagen. Und wenn noch der 30. Geburtstag gefeiert wird, dann geht es richtig rund in den Straßen des Dorfes. Der Umzug der fröhlichen Leute hat keinen kalt gelassen, auch wenn der Wettergott eigentlich andere Pläne hatte.

Wenn das nicht preisverdächtig ist - diese Ducherower haben weder Kosten noch Mühe noch gute Laune gescheut, um beim Wettbewerb der schönsten Strecken-Deko eine gute Figur zu machen.
Veronika Müller Wenn das nicht preisverdächtig ist - diese Ducherower haben weder Kosten noch Mühe noch gute Laune gescheut, um beim Wettbewerb der schönsten Strecken-Deko eine gute Figur zu machen.

Nein, Jubiläumswetter war das nun wirklich nicht: Nebel, Nieselregen und eine steife Brise, die um die Hausecken fegt. Doch die Ducherower sind närrisch genug, sich von einem übellaunigen Wettergott nicht die Freude an ihrem Jubiläumsumzug durchs Dorf vermiesen zu lassen. Immerhin gibt es ihren KKDu (Karneval Klub Ducherow) bereits seit 30 Jahren, und das ist Grund genug, mal wieder ordentlich zu feiern. Und so erklang am Wochenende der Schlachtruf „Ducherow oho“ durch die Büsumer Straße, wo der große Umzug begann.

Vorweg die von Schalmeienklängen begleitete festlich geschmückte Kutsche mit dem Prinzenpaar „Ihre Lieblichkeit Gerlinde I. und seine Hoheit Prinz Alfred I.“, die jetzt bis Anfang März das närrische Volk in Ducherow regieren. Natürlich marschierte auch der Elferrat mit „Mann und Maus“ ebenfalls gleich vorn mit. Rund eine Stunde lang zog der Zug der fröhlichen Leute durch das grau und trist scheinende Dorf.

Es schien, als sei ganz Ducherow vom Mini bis zum Ältesten auf den Beinen. Wer nicht im Zug unterwegs war, wartete geduldig, bis die Kolonne vorbei zog. Festlich geschmückte Gartenzäune und Hauseingänge sagten laut: Glückwunsch zum 30. Da fällt der Jury die Entscheidung sicher schwer zu sagen, wer denn nun am schönsten geschmückt hat. Denn es lief geheim noch ein Wettbewerb, der Sieger bekommt Freikarten für die Februar-Party. Doch das hat noch Zeit.

Nach dem Umzug hieß es am Abend erst einmal im Sport- und Kulturzentrum: „Hurra, hurra, der KKDu ist immer noch da!“. Wer bei dem Umzug dabei war, hat daran mit Sicherheit keine Zweifel. Glückwunsch – solchen Narren überlassen die Ducherower gern mal die Regentschaft.

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