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Einigung über Park-Umbau in Sicht

Der Streit um die Befestigung der Wege im Stadtpark scheint langsam in leichteres Fahrwasser zu kommen. Donnerstag gab es endlich den lange anberaumten Ortstermin. Und das große Hauen und Stechen zwischen Stadt und Denkmalschutz blieb aus.

Besichtigung im Stadtpark: Experten der Hansestadt Anklam, Planer und Denkmalschützer verschaffen sich einen Überblick über die Bauvorhaben im Stadtpark.
Veronika Müller Besichtigung im Stadtpark: Experten der Hansestadt Anklam, Planer und Denkmalschützer verschaffen sich einen Überblick über die Bauvorhaben im Stadtpark.

Der Baustopp im Stadtpark bleibt. Seit Wochen bewegen sich keine Schaufel und kein Bagger mehr in den Grünanlagen. Dabei hatte die Stadt Anklam gehofft, die Arbeiten zumindest am recht unübersichtlichen Grabensystem noch vor dem Winter zum größten Teil erledigt zu haben. Doch die Denkmalschutzbehörde des Landkreises sagte Stopp – es fehlte die entsprechende Genehmigung. Die Stadtverwaltung war dagegen der Meinung, sie brauche dafür keine Genehmigung. Gleichzeitig tobte ein Hin und Her um zwei Wege, die mit Asphalt überzogen werden sollen. Auch die geplanten kreisförmigen Knotenpunkte sorgten für Unmut vor allem bei der Bürgerinitiative und den Denkmalschützen.

Donnerstag nun sollte endlich ein Kompromiss gefunden werden, mit dem möglichst beide Seiten leben können. „Noch ist nichts fest. Aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg“, sagte Bauamtschefin Sylvia Thurow nach einem über zweistündigen Treffen zwischen städtischen Vertretern, Denkmalschützern und Planern hinter verschlossenen Türen, bei dem offensichtlich die so genannten „Kreisel“ unter den Tisch fielen. „Es wird wohl bei den normalen Wegekreuzungen bleiben.“

Offensichtlich fehlen noch Unterlagen

Doch die entscheidende Frage bleibt: „Wie geht es jetzt weiter?“ Offensichtlich fehlen noch diverse Unterlagen, die der Landesdenkmalschutz braucht, um eine abschließende Entscheidung zu fällen. Dazu gehören zum Beispiel Unterlagen über die Prüfung der verschiedenen Wegebefestigungen, erklärt Sylvia Thurow. Die Stadt habe im Zuge der Planungen unterschiedliche Materialien untersucht, inwieweit sie auf Grund eines hydrologischen Gutachtens für den Park geeignet sind. Am Ende sei eben nur Asphalt übrig geblieben. Schließlich gehe es darum, dass die Wege auf dem moorigen Untergrund halten, kostengünstig zu unterhalten und zu bauen sind. „Alle unsere Abwägungen dazu werden wir jetzt schnellstens nachreichen“, so Thurow. Außerdem sollen jetzt nicht nur die Wege und Grabensysteme betrachtet werden, sondern ein Gesamtkonzept unter Einbeziehung von Bäumen und Sträuchern erstellt werden.

„Ein recht umfangreiches Hausaufgaben-Paket, das wir nun noch abzuarbeiten haben. Aber wir werden die Wintermonate nutzen, um alles zu erledigen.“ Bis dahin setzen die Beteiligten auf Diskussion und nicht auf Konfrontation. „Es ist in die Debatte eine Schärfe hereingekommen, die eigentlich so wohl keiner wollte“, beschwichtigt die Chefin des Bauamtes.

Egal, wie der Kompromiss ausgeht, es bleibt die Frage vieler Anklamer: Müssen wir auch in Zukunft über modrige Wege stapfen, wenn wir im Park spazieren gehen? Es gibt zwar eine Liste der Asphalt-Gegener – 180 Unterschriften wurden bereits in der Stadtvertretung übergeben. Es gibt aber auch eine Online-Abstimmung des Nordkurier im Internet, bei der von 945 Lesern 586 für Asphaltwege im Park stimmten. Vor allem gehbehinderte Menschen, Rollstuhlfahrer und Mütter, die mit Kinderwagen in den Anlagen unterwegs sind, hoffen auf einen geeigneten und schnellen Kompromiss. Viel Arbeit für beide Seiten.

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Kommentare (1)

Schön, dass die Satdt für den denkmalgeschützten Stadtpark jetzt ein Gesamtkonzept erstellen muss und der Baustop bestehen bleibt. So kann die Gestaltung des Parks in Zusammenarbeit mit den Fachbehörden geplant werden. So etwas braucht Zeit. Das sollte auch der Nordkurier so sehen und nicht Stimmung machen, indem die Anklamer gefragt werde Asphalt oder nicht? Auch der letzte Absatz, indem eine Asphaltlösung als die Beste für z.B. Rollstuhlfahrer dargestellt wird, wirkt lächerlich. Fragen Sie mal einen Rollstuhlfahrer, wie barrierefrei die Stadt ist? Da ist der Stadtpark das geringste Problem.