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Endlich freie Fahrt – aber nur bis Montag!

Kaum ein Vorpommer, der dieser Tage nicht in Ducherow Schlange gestanden hat: Dort vergrätzte die langsamste Baustellenampel der Welt die Autofahrer. Jetzt ist die Ampel futsch – doch der Schein trügt. Denn schon am Montag kommt die Ampel wieder zurück. Und die Baustelle dauert sogar noch länger als geplant.

Diese Kreuzung zerrt an den Nerven der Ducherower. Denn sie müssen lange Wartezeiten an der Baustellenampel einplanen.
Christine Klose Diese Kreuzung zerrt an den Nerven der Ducherower. Denn sie müssen lange Wartezeiten an der Baustellenampel einplanen.

Ein schönes Bild für Autofahrer auf der B109 und der Haupstraße in Ducherow: Dienstag verschwand plötzlich die Baustellenampel, die an der Kreuzung einspurig den Verkehr regelte, auch die restliche Baustelle wurde weitgehend abgebaut. Doch der Schein trügt, denn Montagvormittag werden die Bauarbeiten wieder fortgesetzt.

„Es ist gesetzlich geregelt, dass zwei Tage vor und zwei Tage nach einem Feiertag die Baumaßnahmen ruhen müssen“, erklärt Martin Dimaczek, stellvertretender Leiter beim Straßenbauamt in Stralsund. Gerade wenn ein Tag wie der morgige Einheits-Feiertag auf einen Donnerstag fällt, nutzen viele Menschen das verlängerte Wochenende für einen Kurzurlaub. Die B109 führt auf die Insel, durch die Freigabe der Straße sollen lange Staus verhindert werden.

Dem Zeitplan hinterher

Die Freude der örtlichen Autofahrer wird aber nur bis Montagmorgen anhalten, denn dann gehen die Bauarbeiten weiter. Und das war eigentlich nicht geplant: Denn die Bauarbeiten sollten eigentlich diese Woche beendet werden. Für die Verzögerung gibt es mehrere Gründe, sagt Dimaczek: Zum einen haben sich die Fräsarbeiten als aufwendiger herausgestellt als vorher berechnet, außerdem regnete es mehrfach, was die Bauarbeiten stocken ließ. „Denn wenn es regnet, können wir die Schwarzdecke nicht aufbringen“, sagt Dimaczek. Der neue Zeitplan reicht bis Ende Oktober. So lang müssen sich die Ducherower und alle Durchreisenden noch gedulden. Und das quälende Schlangestehen an der Baustellenampel hat dann endlich ein Ende.

„Von Beschwerden über besonders lange Ampelphasen höre ich zum ersten Mal“, sagt Dimaczek. Vor allem Berufspendler klagten in diesen Tagen allerdings öfter über lange Wartezeiten. Die entstehen, weil die Ampel wegen der Kreuzung in drei Phasen schalten muss. Wie lange es dauert, haben die Planer vorher aus Durchschnittswerten errechnet. Dimaczek verspricht: „Wir werden jetzt mit der Baufirma sprechen und die Ampelphasen noch einmal überprüfen lassen.“ Im Prinzip gebe es zu der Drei-Phasen-Ampel aber keine Alternative, sagt Dimaczek: „Wenn wir die einzelnen Bauabschnitte verkürzen, dauert es am Ende länger und kostet mehr. Das will auch keiner.“