Bernhardiner-Bisse:

Endlich Gerechtigkeit für die Dackel-Eltern?

Die tödliche Beißattacke zweier Bernhardiner auf einen Dackel beschäftigt seit Wochen das Ordnungsamt. Die Hunde-Halter müssen Auflagen erfüllen. Und noch sind die Würfel in der Angelegenheit nicht gefallen.

Eveline Schulz und Roland Jarling haben ihren Dackel Wuschel verloren. Zwei Bernhardiner bissen ihn zu Tode. Das Ordnungsamt hat die Halter der beiden Bernhardiner dazu verdonnert, ihre Tiere an die Leine zu legen.
Gabriel Kords Eveline Schulz und Roland Jarling haben ihren Dackel Wuschel verloren. Zwei Bernhardiner bissen ihn zu Tode. Das Ordnungsamt hat die Halter der beiden Bernhardiner dazu verdonnert, ihre Tiere an die Leine zu legen.

Der Schreck über die tödliche Beiß-Attacke der beiden Bernhardiner Melly und Leo auf den Dackel Wuschel in Schwerinsburg saß tief – und auch in der dritten Woche nach der Tat hat sich daran noch nicht viel geändert. Die Dackel-Halter Roland Jarling und Eveline Schulz warten noch auf den neuen Dackel-Welpen, den sie sich bereits am Tag nach der Bluttat ausgesucht hatten.

Und auch das Ducherower Ordnungsamt hat seine Akte noch nicht geschlossen. Roland Jarling hatte sich nach dem Vorfall an die Polizei gewendet und die Hundehalter angezeigt. Die Beamten ermitteln seitdem nicht nur wegen Körperverletzung, sondern machten routinemäßig auch Meldung an die Ordnungsbehörde – die ihrerseits die Halter der beiden Bernhardiner zunächst anhörte und dann entschied: Ab sofort gelten strenge Auflagen für die Tiere.

„Für die beiden Bernhardiner besteht ab sofort Leinenpflicht“

„Es ist ein außergewöhnlicher Fall, wie wir in den letzten Jahren nur wenige hatten“, sagt Ordnungsamts-Leiter Hermann Heidschmidt. „Aber trotz der großen öffentlichen Wahrnehmung des Falles halten wir uns natürlich ausschließlich an die Gesetze und das ist in diesem Fall die Hundehalterverordnung.“ Und auch, wenn die Verordnung keine pauschale Leinen- oder Maulkorbpflicht für Hunde vorsieht: „Für die beiden Bernhardiner besteht ab sofort Leinenpflicht.“ Das hat das Amt entschieden. „Außerdem muss absolut sichergestellt sein, dass die Tiere nicht von ihrem Grundstück herunterkommen“, sagt Heidschmidt.

Für diese und weitere Nachbesserungen hätten die Hundehalter jetzt einige Wochen Zeit, erst dann werde das Ordnungsamt entscheiden, ob es die Akte schließt. Außerdem berichtet Heidschmidt: „Derzeit machen wir wöchentliche Kontrollen vor Ort in Schwerinsburg.“ Bevor die Akte geschlossen werde, werde sein Amt auch noch entscheiden, ob die Hundehalter überdies noch ein Bußgeld zahlen müssen: „Das ist durchaus möglich“, sagt Heidschmidt, auch wenn er dem Ergebnis des laufenden Verfahrens nicht vorausgreifen dürfe.

Nicht betroffen von dem Verfahren des Ordnungsamts ist übrigens die privatrechtliche Auseinandersetzung zwischen Roland Jarling, der bei dem Beiß-Angriff ebenfalls verletzt wurde, und den Hundehaltern. Denn darüber entscheidet nicht das Ordnungsamt, sondern das Amtsgericht. Auch eine außergerichtliche Einigung ist möglich.

Wo kein Kläger, da kein Richter

Doch auch wenn Hermann Heidschmidt einräumt, dass Vorgänge wie der in Schwerinsburg eher selten sind – in seinen Augen heißt das nicht automatisch, dass die übrigen Hundehalter in Vorpommern alles richtig machen. „Unser Amt wird selbstverständlich nur aktiv, wenn uns irgendjemand Bescheid sagt.“ Es sei unmöglich, im über 500 Quadratkilometer großen Amtsbereich quasi in jeden Vorgarten zu schauen und zu prüfen, ob die Hundehalter-Veordnung korrekt eingehalten werde: „In diesem Fall gilt – wie so oft – der Grundsatz: Wo kein Kläger, da kein Richter“, sagt Ordnungsamtsleiter Heidschmidt.

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