Glückskind:

Enna, das Vorweihnachts-Wunder

Was für ein Kind, was für eine Geschichte: Enna kam am 11.12.13 zur Welt. Schnapszahl, naja. Was aber zu diesem Zeitpunkt schon hinter ihr liegt, gleicht einem Wunder. Im Mutterleib ist der drohende Tod Ennas ständiger Begleiter, doch das merken Ärzte und Eltern erst, als Enna kerngesund auf der Welt ist.

Thomas Schulz und Anika Ritschel mit ihrer Tochter Enna. Dass die Kleine lebt, gleicht einem kleinen Wunder
Christine Klose Thomas Schulz und Anika Ritschel mit ihrer Tochter Enna. Dass die Kleine lebt, gleicht einem kleinen Wunder

Enna ist ein Wunder. Und zwar nicht, weil sie an einem außergewöhnlichen Datum (es war der 11.12.13) geboren wurde. Vielmehr war der drohende Tod ihr ständiger Begleiter im Mutterleib. Wie viel Glück Enna hatte, merken die Ärzte und Ennas Eltern erst, als das kleine Mädchen längst auf der Welt ist.

Anika Ritschel und Thomas Schulz sprechen leise, als sie über die Schwangerschaft und die Geburt von ihrem ersten Kind erzählen. Enna kommt drei Wochen zu früh auf die Welt. Als die Hebamme das kleine Mädchen in den Händen hält, fällt ihr auf, dass mit der Nabelschnur etwas nicht in Ordnung ist. „Es hatte sich eine Schlaufe gebildet“, sagt Anika Ritschel, die selbst Krankenschwester von Beruf ist. Enna hätte im Bauch ihrer Mutter nur eine falsche Bewegung machen müssen, dann wäre aus der Schlaufe ein Knoten geworden. Und der hätte Enna das Leben gekostet, weil das kleine Mädchen dann weder Sauerstoff noch Nahrung über die Nabelschnur bekommen hätte.

Anika Ritschel steckt die Geburt immer noch in den Knochen. „Ich konnte in der Nacht danach kaum schlafen“, sagt sie. Dabei haben Anika und Thomas schon während der Schwangerschaft so einiges mitgemacht. Fünf Monate lang übergab sich die 27-Jährige jeden Tag. Immer wieder musste sie ins Krankenhaus, weil es zu Komplikationen kam. Am Ende der Schwangerschaft hatte Anika auch noch schlechte Blutwerte. Doch niemand erkannte, dass sich eine Schlaufe in der Nabelschnur gebildet hatte. „Ansonsten hätten die Ärzte Enna wahrscheinlich auch eher geholt“, sagt Anika. So aber sehnten die Eltern den 11.12.13 herbei.

Denn genau an diesem Tag war Anika in der 37. Schwangerschaftswoche und damit über den Berg – ab dann spricht man nicht mehr von einer Frühgeburt. Schon am frühen Morgen des 11. Dezember hatten Thomas und Anika ein komisches Gefühl. Thomas fuhr mit dem Auto zur Arbeit und wartete auf den Anruf seiner Freundin. Als der Arzt Anika dann sagte, dass sie noch heute ihre Tochter bekommen werde, konnte sie es kaum glauben. „Ich rief sofort Thomas an“, sagt sie. Der holte sie natürlich sofort mit dem Auto ab. Am späten Nachmittag ging es dann ins Anklamer Krankenhaus. Drei Stunden dauerte die Geburt, 20.55 Uhr war Enna dann auf der Welt.

Ein zweites Kind wollen die beiden Ueckermünder vorerst nicht. Ennas Geburt und die Schwangerschaft von Anika waren erst einmal aufregend genug. Dass ihre Tochter an einem Datum geboren wurde, das in den nächsten 100 Jahren so nicht mehr vorkommt, ist ihnen egal. „Hauptsache, Enna geht es gut“, darin sind sich beide einig.

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